2018 - Januar, Namibia - Teil 2




Kleine Rundreise in Namibia

Der "Vinger-Klip", ein monumentaler Felsen auf dem Weg zum Etosha-Nationalpark

Wir haben uns ein Auto für fünf Tage gemietet, um damit einige Sehenswürdigkeiten in Namibia zu besichtigen. Namibia ist ein sehr grosses Land mit wenigen Einwohnern. 2.2 Millionen beträgt die Gesamtbevölkerung, 1 % oder rund 20‘000 davon sind deutschstämmige Namibier.

2/3 der 2‘500 km langen Strecke besteht aus Schotterstrassen, der andere Teil ist geteert. Es sind enorme Strecken, welche wir in vier oder fünf Tagen zurücklegen und langsam fahren geht hier nicht. Auf den schweizerischen Autobahnen ist die Geschwindigkeit in Tunnels normalerweise auf 80 km/h begrenzt. Hier in Namibia beträgt die Höchstgeschwindigkeit auf den Schotterstrassen 100 km/h. auf den geteerten, nicht richtungsgetrennten Strassen darf man 120 km/h fahren, fährt aber normalerweise etwas schneller, so um die 140 km/h.  Die Strassen sind in sehr gutem Zustand, Staus gibt es keine und so alle Stunde kommt einmal ein Fahrzeug aus der Gegenrichtung. Mehrheitlich sind die Strassen absolut gerade und verschwinden am Horizont aus dem Blickfeld.

Unser erster Halt auf dem Weg zum Etosha-Nationalpark ist der „Vinger-Klip“, ein Felsen, welcher aussieht als würde ein Finger senkrecht in die Höhe gehalten. Das „Monument“ ist beinahe in der Mitte zwischen Khorixas und Outjo gelegen und zählt zu den berühmtesten und bemerkenswertesten Felsformationen Namibias. Übrigens, der Name des gewaltigen Felsen wird mit „V“ geschrieben, es ist kein Schreibfehler :-)).


Die Strassen in Namibia
Die Strassen in Namibia
Unmittelbar nach dem Verlassen der Stadt Walvis-Bay fängt die Wüste an. Wir fahren zum etwa 400 km entfernten „Vinger-Klip“ auf der Schotterstrasse C35.
Der Vinger-Klip ...
Der Vinger-Klip ...
Als würde jemand einen gewaltigen Finger aus Stein senkrecht in die Höhe recken, so steht die Fingerklippe wie ein Monument etwa 70 km westlich der Stadt Outjo da.Die Fingerklippe zählt zu den berühmtesten und bemerkenswertesten Felsformationen Namibias.
Der Vinger-Klip ...
Der Vinger-Klip ...
Was man nicht alles für ein schönes Foto macht ... Mangels Drohne fotografiert meine Frau aus erhöhter Position :-))
Aussicht vom "Vinger-Klip" auf die Tafelberge
Aussicht vom "Vinger-Klip" auf die Tafelberge
Von der Höhe des „Vinger-Klips“ hat man eine sehr schöne Aussicht auf die Steppenlandschaft und im Hintergrund sind die Tafelberge von Namibia zu sehen.
Rückfahrt vom "Vinger-Klip"
Rückfahrt vom "Vinger-Klip"
Ein 4WD hat in Namibia berechtigte Vorteile. Ohne Vierradantrieb wäre es unmöglich zum „Vinger-Klip“ hochzufahren. Für einen Spaziergang in die Höhe ist es definitiv zu heiss.
Namibia, das Land der Termiten
Namibia, das Land der Termiten
Überall kann man die Wohnhäuser der Termiten sehen. Ein Termitenhügel ist der oberirdische Teil eines Termitenbaus. Termitenhügel können sehr gross werden und mehrere Millionen Termiten beherbergen. In Afrika sind sie offensichtlich ein Bestandteil der Steppenlandschaften.



Der Etosha-Nationalpark

Wir fahren von dem Vinger-Klip direkt zu dem Hotel Sasa Safari Camp, etwa 50 km vor dem Etosha-Parkeingang Okaukuejo. Wir übernachten dort, um am nächsten Morgen gegen 5 Uhr zum Parkeingang zu fahren. Im Camp spazieren wir zum dortigen Wasserloch, welches den Tieren als Tränke dient. Dieser Ort an der Wasserstelle war etwas vom Schönsten, was wir auf unseren Reisen je gesehen haben. Es ist natürlich auch bei Weitem der beste Platz im Etosha-Nationalpark, um die frei lebenden Tiere in Ruhe und aus relativ kurzer Distanz zu sehen. Die anderen Wasserlöcher scheinen für die Tiere nicht so attraktiv zu sein, wie das beim Camp Okaukuejo.

Man sitzt am Rand der Wasserstelle und sieht die verschiedenen Tiere, wie sie von Weitem auf dem Weg  zum Wasserloch unterwegs sind. Sie verweilen längere Zeit an der Tränke und nachdem sie ihren Durst gestillt haben, verlassen sie den Platz und gehen genauso ruhig ihren Weg zurück, wie sie gekommen sind. Es gibt da kein „Gerangel“ zwischen den Tieren und den verschiedenen Arten. Uns schienen die Giraffen die scheusten Tiere zu sein, sie kommen, gehen, kommen näher, schauen von Ihrem hohen „Ausblick“ über die Gegend und nach einigen Anläufen stehen sie dann am Wasser. Die Giraffen müssen die Beine spreizten, damit das Maul ans Wasser kommt. Das ist natürlich eine gefährlich Stellung, bei welcher man bei Gefahr nicht unmittelbar die Flucht ergreifen könnte. Vielleicht sind die Giraffen aus diesem Grund so vorsichtig. Die anderen Tiere, wie Zebras, Damera, Springbock, Kudu, etc. verweilen beim Wasser still und ohne Aufsehen zu erregen. Die Elefanten wissen dass sie schön, stark und gross sind. Sie kommen sehr selbstbewusst daher und zeigen es den anderen Tieren auch. Sie trompeten ein paar Mal und die Zebras suchen sich ohne Aufregung ein anderes schönes Plätzchen an der Wasserstelle …

Wir sind dann zum 75 km entfernten Camp Halali gefahren und entschlossen uns aber, zurückzufahren und  die Nacht im Okaukuejo Camp zu verbringen. Am nächsten Tag fuhren wir zum 150 km entfernten Namutoni Camp, wo wir den Etosha-Nationalpark verlassen haben. Wir haben zwei Tage im Park verbracht und für uns hat die Zeit völlig ausgereicht.



(Der Etosha-Nationalpark ist ein 22.275 Quadratkilometer (km²) großer Nationalpark im Norden von Namibia und bedeutendstes Schutzgebiet des Landes. Der Park liegt am Nordwestrand des Kalahari-Beckens und umfasst fast die gesamte 4760 km² große Etosha-Pfanne. Von der Südgrenze des Parks sind es 400 Kilometer bis zur Hauptstadt Windhoek und von der Nordgrenze 125 Kilometer bis ... falls am Weiterlesen interessiert, hier ist der Link).





Karte vom Etosha-Nationalpark
Karte vom Etosha-Nationalpark
Wir haben unsere Reise durch den Park in OKAUKUEJO gestartet, sind dann nach HALALI gefahren, auf einer anderen Route ging es dann nach OKAUKUEJO zurück. Am nächsten Tag fuhren wir nach NAMUTONI, wo wir den Park verlassen haben.









Die Dünen von Sossusvlei

Von dem Etosha-Nationalpark fuhren wir nach Rehoboth, wo wir im Hotel "Ochsenkarren" eine Nacht verbrachten. Wir standen wiederum in aller "Herrgottsfrühe" auf, um beizeiten bei den Sanddünen von Sossusvlei anzukommen. Die langen Fahrten durch Namibia sind sehr abwechslungsreich. Man fährt entspannt und ohne Staus durch landschaftlich unterschiedliche Gegenden.

Bei den Sanddünen kann man die letzten 4 km zu Fuss gehen, man kann sich in einem Pickup fahren lassen, oder bei vorhandenem 4WD darf man sein eigenes Auto benutzen. Wir haben auf diesen 4 Kilometer viel über Geländewagen gelernt. Ein 4WD ist kein Geländewagen, es fehlt der Kriechgang, die breiten Pneus an grossen Rädern und das sehr grobe Profil der Pneus. Wir sind dann vielleicht 2 Kilometer weit gekommen, bis wir das erste Mal stecken blieben. Das war weiter kein Problem, denn Hilfe ist sofort da. Die Touristen auf den Pick-ups werden zum Stossen missbraucht und der Chauffeur fährt gegen ein fettes Trinkgeld das Auto aus dem Sand. Etwas peinlich, aber was soll‘s. Wir lernten dabei, dass Sand nicht wie Schnee ist und man mit sehr viel Gas und hohen Touren einkuppelt um sich dann durch den Sand zu pflügen. Wir haben unser Auto stehen gelassen und sind zu Fuss weiter spaziert. Es war ein sehr schöner Spaziergang und wir besuchten das „Dead Vlei“ und erklommen die grosse Düne mit dem Namen „Big Mama“. Ebenfalls ist auch dieser Trip zu den grössten Sanddünen der Welt - wie die Namibier sagen - ausserordentlich lohnenswert. Nachher spazierten wir zum Auto zurück und haben uns dabei gesagt, dass wir es dieses Mal besser machen, d.h. so mit richtig viel Gas nach unten fahren. Dies hat auch eine kurze Strecke sehr gut funktioniert. Da aber die „künstliche Intelligenz“ des Autos mit eingeschaltenem ESP meint, es sei am Schleudern, bremst es das Fahrzeug automatisch vollständig ab. Und wo passiert das? Genau dort, wo der Sand am weichsten und das Fahrzeug deshalb am tiefsten eingegraben wird. Wir haben das gemerkt und auch realisiert, dass es am eingeschalteten ESP liegt. Leider war dieser Knopf zwischen dem Aschenbechrer und dem Amaturenbrett nicht mehr erreichbar, bevor das Auto zur Freude der den Pickup benutzenden Touristen stand. Zu unserer Freude durften sie dann stossen und alle hatten ihr „Ferienabenteuer“. Bei uns gab es ein zweites fettes Trinkgeld, an den bereits an dieser sehr kritischen Passage auf stehende Fahrzeuge wartenden Fahrer. Ein grosser Toyota mit frenzösischen Touristen blieb an gleicher Stelle stehen. Obwohl das Auto wie ein waschechter Geländewagen aussah, war es kein 4WD und kein SUV. Die mehr als 10 stossenden und schiebenden Leute samt dem professionellen Geländefahrer hatten keine Chance, den Wagen aus dem Sand zu kriegen. So wurde eine grössere „Rettung“ mit Seilwinde organisiert, Wir  fuhren unseres Weges weiter und verliessen die vielen helfenden Leute ...






Rückreise zur Walvis Bay

Am selben Tag sind wir zurück zur Walvis-Bay gefahren. Die ganze Streke bestand aus "Schotterstrasse" und das Auto wurde ausserordentlich strapaziert. Ich würde in Namibia mein Auto niemanden verleihen und vielleicht deshalb sind die Preise für ein gemietetes Fahrzeug auch relativ hoch. Wir hatten ein paar 100 Kilometer vor Walvis-Bay einen platten Reifen. Das Wechseln war einfach, aber wir hofften, dass es keinen weiteren „Platten“ mehr gibt. Auf der Strecke begegneten wir vielleicht 5 Autos, einer davon ebenfalls am Reparieren seines Pneus. Leider konnten wir nicht helfen, da der Fahrer gerne eine Luftpumpe gehabt hätte.

Als wir uns der Wavis Bay näherten wurde es wieder kälter und die durch die kalte Bengulas-Strömung Wolken lagen über dem Meer.
Am letzten Tag verpassten wir dem arg geschundenen Renault Duster noch eine Parkbeule … Die für die Autorücknahme verantwortliche Person bei Eurocar war ganz easy. Und wir waren froh, die uns empfohlene Zusatzversicherung für Pneus und Glas abgeschlossen zu haben …


Morgen Mittwoch, den 17. Januar 2018 verlassen wir Afrika und überqueren den südlichen Atlantik. Stoppen wollen wir auf der Insel St. Helena … Wir sollten in der ersten Hälfte vom Februar in Jacaré (Brasilien) ankommen.








Beide Länder, Namibia und auch Südafrika sind phantastische um zu reisen.  Wenn man kann, dann sollte man sich bei einem Besuch viel Zeit dafür nehmen. Leider ist der Aufenthalt in Südafrika auf drei Monate begrenzt und die beiden Ankerplätze - Lüderitz und Walvis-Bay - sind nicht ganz ideal um das Schiff längere Zeit unbeaufsichtigt vor Anker zu lassen. Wie auch immer, unsere Aufenthaltszeiten in den beiden Ländern wird bestimmt durch die Hurrikan-Saison von Juli bis Dezember in der Karibik.  Wollen wir an unserem Plan festhalten, im Juli/August in Gibraltar anzukommen, dann müssen wir ungefähr Ende Mai, Anfangs Juni auf dem Weg zu den Azoren sein. Andernfalls muss man eine Saison in Brasilien oder in Trinidad verbringen. Beides wollen wir nicht.