2005 - Juni, Honduras




Die Maya-Ruinen von Copan liegen fast an der Grenze zwischen Guatemala und Honduras, d.h. eigentlich an unserem Reiseweg nach Nicaragua. Sie sind die letzte Station dieser Reise. Die Ruinen von Copan sind viel kleiner als diejenigen in Tikal, dafür kann man viele kleine Details sehen.

Copan wurde von 27'500 Mayas bewohnt und ohne klar ersichtlichen Grund verliessen die Einwohner die Stadt. Die Wissenschaft nimmt an, dass der Wald in der Umgebung zu stark abgeholzt wurde und dadurch der fruchtbare Boden erodierte und nicht mehr zu gebrauchen war. Dies führte zum Abzug der Mayas. Und niemand weiss wohin sie gingen. Ich habe da eine ganz andere Theorie: Weil gemäss den Ballspielregeln von Copan der beste Spieler geopfert wurde, waren die Spiele dort etwas vom langweiligsten was man sich vorstellen kann. Die Spieler versuchten stundenlang, so schlecht wie möglich zu spielen, denn auch ein nur zufällig geschossenes "Törchen" oder eine Leistung, welche etwas besser als "sehr schlecht" aussah, führte unweigerlich zum Tode des "besten" Spielers. Was mussten sich da die Zuschauer Stunde um Stunde, Tag um Tag, Jahr um Jahr langweilen. Trotz aller "Hopp - Zurufen" ist auf dem Spielfeld einfach nichts passiert. Fazit: Aus purer Langeweile entschloss sich das Volk der Mayas von Copan nach Mexiko - Yucatan oder Chiapaz - zu ziehen, denn dort gab es Ballspiele mit ganz anderen Regeln: Dort wurde der schlechteste Spieler geopfert. Das garantierte sicherlich sehr interessante Spiele. Hunderte von Toren muss es dort gegeben haben :-)) ...

Mit brachialer Gewalt hat der zurückkommende Wald die Maya-Stadt zerstört. Die Bäume setzten sich mitten auf die Pyramiden und die Wurzeln wühlten in den Jahren die Bauten so durcheinander, dass nur noch ein Haufen Steine übrig blieb. Auch die Bauten dieser Ruinen sind restauriert, denn die nicht restaurierten kann man nur als unnatürlich bewaldeten, steinigen Hügel wahrnehmen. Erstaunlich ist, dass die Wissenschaftler die Ruinen von den Bäumen befreien möchten, die „Grünen“ aber dagegen sind ?!






2005 - Juni, Costa Rica




Am 28. April sind wir in Nicaragua angekommen und etwas mehr als 2 Monate haben wir in diesem sehr interessanten Gebiet verbracht. Heute morgen - am 1. Juli um 7 Uhr - bei schönstem Wetter und klarer Sicht auf sechs Vulkane, verlegen wir unser Schiff an die kleine Tankstelle um Diesel zu bunkern und um uns dort zu verabschieden. Es war genau einer dieser selten schönen Tage, um abzureisen. Alles stimmte, die Zeit, das Wetter, der Wind und die Stimmung ... und als dann noch um viertel nach Sieben das französische Chanson "Nathalie" von Gilbert Bécaud klar und laut aus den Lautsprechern über das Hafenareal in diesen schönen Morgen hinaus erklang, war die Stimmung auf ihrem Höhepunkt. Roberto, Maria-Laura und Gene verabschiedeten sich mit herzlichen Umarmungen von uns. Danach haben wir uns von unseren Mitseglern in der Marina verabschiedet, legten ab und sind innerhalb von 24 Stunden direkt in die Bahia Murcielagos in Costa Rica gesegelt. Das Wetter hier spielt fast jede Nacht verrückt, heftigste Gewitter entladen ihre Blitze bei unvorstellbaren Niederschlagsmengen. Darum möchten wir nicht nachts segeln, denn ein Blitzeinschlag im Schiff wäre kein Spass. Diese 24 Stunden verliefen aber, wie sie angefangen haben :-)), beste Stimmung, prächtigstes Wetter Tag und Nacht und viele Delphine um das Schiff herum.

1. Juli 2005 - Bahia Murcielagos, Costa Rica
1. Juli 2005 - Bahia Murcielagos, Costa Rica
Sonnenaufgang vor der Einfahrt in die Bucht. Wir haben 5 Seemeilen vor der Bucht für 2 Stunden beigelegt und auf den Sonnenaufgang gewartet.
4. Juli 2005 - Bahia Murcielagos, Costa Rica
4. Juli 2005 - Bahia Murcielagos, Costa Rica
Blick auf die Bucht Bahia Murcielagos. Durch den Regen sind die Felsen so grün geworden, dass man beinahe glauben könnte, wir wären in Irland ...
4. Juli 2005 - Bahia Huevos, Costa Rica
4. Juli 2005 - Bahia Huevos, Costa Rica
Xavier und ich auf einer kleinen Flussfahrt ... wau! sehen wir nicht gut aus??
4. Juli 2005 - Bahia Huevos, Costa Rica
4. Juli 2005 - Bahia Huevos, Costa Rica
Xavier und ich fahren den Fluss hoch ...
11. Juli 2005 - Playa Panama, Costa Rica
11. Juli 2005 - Playa Panama, Costa Rica
7 Seemeilen sind wir von Puntarenas entfernt und ankern in der "Playa Naranjo". Hier hat die Frau von "Lucky" ein Anwesen mit Pool, welches die Segler für einen bescheidenen Beitrag nutzen können. Sehr schön, wie man auf dem Foto sieht. "Lucky" war leider nicht sehr lucky, denn er wurde vor Jahren bei einem Raubüberfall erschossen ...
17. Juli 2005 - Vor Puntarenas, Costa Rica
17. Juli 2005 - Vor Puntarenas, Costa Rica
Gewitter begleiten uns "Schritt auf Tritt". Die Angst vor einem Blitzeinschlag fährt immer mit ...
19. Juli 2005 - Puntarenas, Costa Rica
19. Juli 2005 - Puntarenas, Costa Rica
In der Flusseinfahrt von Puntaarenas steht dieses alte und verlassene Segelschiff. Es hat neue Frunde gefunden, die Pelikane.
19. Juli 2005 - Puntarenas, Costa Rica
19. Juli 2005 - Puntarenas, Costa Rica
Unser Schiff im Fluss. Es herrscht hier immer sehr starke Strömung durch den Wechsel von Ebbe und Flut.
21. Juli 2005 - Golfito, Costa Rica
21. Juli 2005 - Golfito, Costa Rica
Wir sind wieder dort, wo wir dieses Kapitel - vor genau vier Monaten - begonnen haben: in Golfito. In den nächsten Tagen klarieren wir für Costa Rica aus und segeln nach Balboa, resp. nach Panama-City. Dort bauen wir einen neuen – 150 l/Std - Wassermacher ein. Anschliessend geht es für einige Tage zu den Las Perlas Inseln, um dann von dort aus direkt nach Ecuador zu segeln. Spätestens im September sollten wir dort sein, um in den Genuss der Temperaturen des südamerikanischen Sommers zu kommen ... denn im Dezember/Januar steht Ushuaia - die südlichste Stadt des Kontinentes - auf unserem Plan. +5° sollen dort die Temperaturen im Hochsommer sein ... Das sind alles Pläne. Und solange wir nicht dort sind, können wir sie ändern :-)).




2005 - Juni, Panama




18. August 2005 - Balboa, Panama

So wie es aussieht, werden wir noch einige Zeit in Panama-City verbringen. Ein heftiges Gewitter zog letzten Samstag direkt über den Yacht-Club von Balboa. Wir konnten beobachten, wie Blitze in die Masten unserer Nachbarschiffe einschlugen. Die Antennen auf der Mastspitze verschmorten und die Kabel verschmolzen in einer grösseren Rauchwolke. Uns hat es glücklicherweise nicht direkt erwischt, aber dafür um so schlimmer „indirekt“, weil die getroffenen Schiffe nur einige Meter von unserem entfernt sind. Wie uns die Werft bestätigte, zerstört das "elektromagnetische Feld" vor allem die Elektronik und zuallererst den Windmesser auf dem Masttop. Bei uns waren es noch zusätzlich beide Autopiloten, Windgenerator, Batteriekontrollgerät, Echolot und einiges mehr ... d.h. wir haben „Chaos Total“. Die Versicherung benötigt ein Gutachten und der Gutachter hier baut mit seinen Leuten alle Geräte aus ... und ob er versteht, was er genau macht, weiss nur Gott alleine. Alle die einmal gesehen haben, wie schwer zugänglich die Kabel in einem Schiff verlegt sind, der versteht unser „Durcheinander“. In ein paar Tagen wissen wir hoffentlich, was alles bestellt und ersetzt werden muss. Dann kommt das Bestellen, der Wiedereinbau und das Austesten der ersetzten Einheiten ...

Mail von unserer Werft betreffend Blitze: Il n'y a malheureusement pas de solution miracle au problème de l'orage et de la foudre. Votre bateau ne possède pas de système paratonnerre. Les mâts ne sont pas reliés à la masse ( ils sont isolés). Si la foudre frappe votre bateau, ou même à quelques mètres de distance, il est fort possible que certains appareils électroniques soient endommagés, par le seul fait du rayonnement électromagnétique. En général, le premier appareil à souffrir de ce rayonnement est l'unité de tête de mât qui mesure la force et la direction du vent.


18. Augustr 2005 - Balboa, Panama
18. Augustr 2005 - Balboa, Panama
Das mächtiger Gewitter braut sich innert Minuten zusammen und zieht dierekt über den Yacht-Club von Balboa.
18. Augustr 2005 - Balboa, Panama
18. Augustr 2005 - Balboa, Panama
Segel der SY "Chiquita" - mit Ding und James als Skipper - machten sich selbständig ...
18. Augustr 2005 - Balboa, Panama
18. Augustr 2005 - Balboa, Panama
Ein Schiff hat sich losgerissen und ging ohne Mannschaft auf Fahrt. Die Hafenarbeiter haben sich als sehr aufmerksam erwiesen und sind mit ihren Booten sofort ausgerückt, um es einzufangen.
18. Augustr 2005 - Balboa, Panama
18. Augustr 2005 - Balboa, Panama
Die Schiffe bocken bei den hohen Wellen. Da Flut ist, sind die Mooringseile gestreckt und werden durch die hohen Wellen sehr stark belastet.
26. August 2005 - Balboa, Panama
26. August 2005 - Balboa, Panama
Unser Schiff ist eine grosse Baustelle und in diesem Zustand werden wir mindestens für einen weiteren Monat bleiben. So nutzen wir die Zeit um einige Feste nachzuholen. So feierten wir heute den "21. Juni", den Geburtstag von Günter. Und wo feiert man so weinen wichtigen Jahrestag? Im "Ricon Suizo" in Panama-City. Günter wohnt seit mehr als 20 Jahren auf der kleinen Insel Contadora, welche zu den Las Perlas Inseln gehört. Von dort aus betreibt er auf der Frequenz 14'315 das "Island Pacific Net".
7. September 2005 - Balboa, Panama
7. September 2005 - Balboa, Panama
"Blitz"-Update betreffend unserem Blitzschaden: Die defekten Geräte wurden geprüft und wir haben den Kostenvoranschlag für die Behebung der Schäden vom Gutachter erhalten. Einige 10-Tausend Euro kommen da locker zusammen :-(( ... Die meisten Geräte sind nicht reparierbar und müssen ersetzt werden. Das Gutachten haben wir zu unserer Versicherung in Deutschland weitergeleitet und wir haben umgehend - innert Stunden - eine sehr positive Antwort erhalten: Die Kosten der Reparaturen werden vollumfänglich von der "Pantaenius-Yachtversicherung" übernommen ... so eine Versicherung muss man haben, wir haben sie :-))
7. September 2005 - Balboa, Panama
7. September 2005 - Balboa, Panama
Erste Sofortmassnahme, wir basteln uns einen Blitzableiter.
7. September 2005 - Balboa, Panama
7. September 2005 - Balboa, Panama
Und montieren ihn am Rigg. Er soll einen weiteren Blitz über das Riff direkt ins Wasser leiten ... wir fragen uns, ob diese Masnahme etwas helfen würde?
9. September 2005 - Balboa, Panama
9. September 2005 - Balboa, Panama
Viele Kabel sind durh den Blitzeinschlag regelrecht verschmort. So wie es aussieht, wartet Einiges an Arbeit auf uns.
9. September 2005 - Balboa, Panama
9. September 2005 - Balboa, Panama
Wir bauen alle defekten Geräte aus. Hier zu sehen ist der Liniare Autopilot.
9. September 2005 - Balboa, Panama
9. September 2005 - Balboa, Panama
Beide Steuereinheiten des AUtopiloten sind defekt. Das Wechseln der Elektronik ist nicht allzu schwierig. Mehr Aufwand haben wir mit dem Suchen der entsprechenden Kabel und dem Einziehen in die Kabelschächte.




12. September 2005 - Panama-City - Boguete

Wir haben alle Teile bestellt, um die durch den Blitz verursachten Schäden an unserem Schiff reparieren zu können. Nun ist "Warten" angesagt ... Eigentlich haben wir die Sehenswürdigkeiten von Panama gesehen und so müssen wir "kreativ" werden, um die langen Wartezeiten zu überbrücken:

Vor unserer Abreise nach Spanien besuchten wir die Altstadt von Panama-City mit einem Einheimischen als Reiseführer. Toni, ein Taxifahrer, brachte uns zu den Orten, wo die normalen Touristen nicht unbedingt hinkommen. Die Altstadt von Panama-City ist ein Stadtteil mit vielen Gesichtern:

Casco Viejo, oder San Felipe ist die "neue" koloniale Stadt, welche die Spanier kurz nach der Zerstörung der alten, am Ende des 17. Jahrhunderts erbauten. Dicke Stadtmauern wurden zum Schutz gegen die Piratenangriffe angelegt. San Felipe - oder auch Casco Viejo genannt - ist eine Oase der Beschaulichkeit. Hier geniesst man das Flair einer lateinamerikanischen Stadt. Das Leben spielt sich praktisch auf der Straße ab. Die koloniale Vergangenheit hat dafür gesorgt, das sich viele Völkergruppen hier vereinen. Die alten Häuser lassen viel vom vergangenen Glanz erahnen. Aber überall blättert der Putz, bröckeln die Fassaden ...

El Chorillo: Das Meer und die tropische Umgebung lassen selbst dem extrem heruntergekommenen Viertel „El Chorillo“ seinen „eigenen Charme“. Man übersieht fast die abbruchreifen, von Feuchtigkeit zerfressenen mehrstöckigen Holzhäuser, in welchen die Ärmsten der Stadt wohnen. Diese Wohnhäuser wurden anfangs des letzten Jahrhundert gebaut und schon damals von den ärmeren Leuten bewohnt, welche den Kanal bauten. Die Arbeitslosenrate wird in diesem Viertel nur noch von der Kriminalitätsrate übertroffen und so schloss Toni vorsichtshalber alle Türen an seinem - ebenfalls abbruchreifen - Taxi. Er riet uns, den Fotoapparat nicht zu weit aus dem Fenster zu halten ...


Panama-City
Panama-City
Panama-City ist eine moderne Stadt mit einer sehr schönen Skyline.
Die Altstadt von Panama-City
Die Altstadt von Panama-City
Toni und Nathalie. Toni ist Taxifahrer im Yachtclub Balboa und so kennen wir ihn schon seit Monaten. Im Hintergrund der "Palacio de las Garzas", oder Palast der Fischreiher. Er ist das heutige Wohn- und Amtsgebäude des Präsidenten und liegt nur wenige Meter von den von den "ganz schlimmen" Quartieren entfernt.