2018 - März, Karibik




März 2018: Auf dem Weg von Fran­zö­sisch Guy­ana in die Karibik


Wir verlassen morgen, am Samstag, den 10. März 2018 Französisch Guyana und werden direkt nach Martinique in der Karibik segeln. Zuvor wollen wir uns noch 2 oder 3 Tage in den nahen Flüssen im Urwald von Guyana aufhalten und dabei ver­suchen, die volle Runde des „Crique Vaches“ und „-Coswine“ zu befahren.


Wir haben uns aus mehreren Gründen entschieden, direkt nach Martinique zu segeln:

a) Die Idee vom Besuch der mit schönen Namen „Paramaribo“ versehenen Hauptstadt von Surinam lassen wir fallen, weil man dort nicht mehr ankern darf. Es gibt 10 Meilen oberhalb der Stadt eine kleine Marina, aber das ist uns dann zu kompliziert.

b) Wir könnten hier von St. Laurent mehr oder weniger bequem auch über Land nach „Para­maribo“ reisen, aber das wiederum ist uns für den zu erwartenden Gegenwert zu teuer. 20€ Fähre, 75€ Visum, 90€ Taxi und nochmals mindestens 100€ für Essen und Über­nachtung. Also lassen wir das sein.

c) Das Guyana ohne Französisch (zwischen Venezuela und Surinam gelegen) lassen wir fal­len, weil  nicht so interessant scheint, dorthin zu gehen und vor allem, weil es an der venezolanischen Grenze liegt. Venezuela ist wirklich gefährlich und wir wollen da weit ausserhalb von der Küste hoch segeln und das ist fast unmöglich, wenn man von Guyana aus startet.

d) Der letzte nicht unwichtige Grund ist, die zu erwartende Windrichtung aus ONO. Die­ser Wind aus ungefähr 120° ist sehr bequem für uns und die "NatHape". Würden wir, wie ursprünglich geplant, nach Grenada segeln, dann müssten wir später sehr hart am Wind in den Norden der Karibik reisen und das wollen wir nicht. Zudem haben wir vor 14 Jahren dieses Gebiet bereits besucht.



Wettervorhersagen für die Route Franz. Guyana in die Karibik
Wettervorhersagen für die Route Franz. Guyana in die Karibik
Die Wetterprognosen zeigen stabilen Wind um die 20 - 25 Knoten aus ONO. Dies ist absolut ideal für uns und wir sollten Martinique innerhalb von vier Tagen nach der Abfahrt am Montag erreichen.







März 2018: Der Kreis hat sich geschlossen.

Am 21. Januar 2004 haben wir von Gibraltar her kom­mend Barbados erreicht. Wir haben uns dann 14 Jahre nach Westen bewegt und entf­ernten uns somit jeden Tag weiter weg von dieser karibischen Insel. Er­staun­licher­weise sind wir heute, am 15. März 2018, trotzdem wieder in Barbados angelangt. Damit beweisen auch wir, dass unsere Erde eine Kugel ist, denn auf einer Fläche kann man seinen Weg niemals kreuzen, wenn man sich nur in einer Rich­tung bewegt ;-)) ...

Ist das ein Grund zu feiern? Ja natürlich, denn es gibt immer tausende Gründe, eine Feier zu veranstalten. Ein erfolgreiches Geschäft, den Abschluss eines Studiums, 1'000 Jahre Freitag, den 50. Geburtstag, den 52. Hochzeitstag oder eben eine Weltumsegelung. Feiern kann man ohne Ausnahme einfach alles. Wichtig ist aber nicht die Zahl oder das Ereignis selbst, wichtig sind nur die Erlebnisse und die Begegnungen auf dem Weg dorthin.





NatHape's Reisen

Unsere Reisen auf dem Atlas von GoogleMaps








Kleines Logbuch der Überfahrt von Französisch Guyana nach Martinique, Distanz 665 SM

Datum / Zeit POSITION / TAGESDISTANZ / DISTANZ TO GO Bemerkungen
Lundi 12.03.2018, 14:30 UTC Départ de la rivière Maroni (hauteur bouée "save water"), 665 nm to go Vent: NE 20 knts, cap 60 degrés direction Martinique. Au près bon plein avec Génois et Artimon, mer agitée et creux de 3-4 mètres et toujours 1 bon noeud de courant en notre faveur. Quel changement draconien après le calme et la relaxation dans la rivière !!!
Rencontré 2 pêcheurs sans AIS (pas eu de crise de paranoïa, ouf) et plusieurs cargos bien signalés sur la route.
Mardi 13.03.20N8, 14:30 UTC Position: 08 52S / 056 13W, 230 nm parcourus, 435 nm to go Vent: NE 20 knts. Même voilure, même gîte, même vitesse ... Record de distance parcourue en 22 ans de "carrière" hier ;-)
Temps magnifique et clair, tout petit croissant de lune donc excellente observation des nombreuses étoiles dans le ciel.
Traversé plusieurs tapis (jusqu'à de 50m de longueur) brun doré ... algues?
Mercredi 14.03.2018, 14:30 UTC Position: 11 24N / 058 20W, 198 nm parcourus, 237 nm to go Vent: E 15-20 knts. Même voilure, vent de travers, bien plus agréable.
Maintenance: changement liquide de refroidissement (suite à la découverte d'une fuite)
Trafic maritime intense aux abord de l'île de la Barbade. Bateaux de croisière, Tanker et pêcheurs rentrant au port (sans AIS). Faut bien ouvrir l'oeuil
Croisé à une distance de 500m le paquebot "Adventure of the Sea", (311x33x9.1m), des Bahamas tous feux allumés. Quel spectacle..

3h du matin, passage à 7 milles à l'Ouest de Barbabos ... Ca y est, nous sommes "tour-du-mondistes" ;-))
Jeudi 15.03.2018, 14:30 UTC Position: 13 44N / 060 20W, 184 nm parcourus, 55 nm to go Vent: E 9-15 knts. Génois tangonné, Artimon, Grand large
Jeudi 15.03.2018, 20:30 UTC   Arrivés en Martinique, au mouillage Sainte Anne au Sud de Le Marin.


En résumé, un passage rapide de 665 milles. Temps magnifique (soleil le jour, nuits étoilées sans nuages, vents constants) et ... Re-Cocorico, nous sommes sur territoire français ;-))

Kleine Statistik
: 665 SM von Französisch Guyana nach St. Anne in Martinique in 3 Tagen + 6 Stunden oder 78 Stunden ergibt einen Durchschnitt von 204 SM/Tag oder 8.53 SM/Std.






März 2018: Martinique

Wir ankern in der Bucht "Cul-de-sac du Marin"

Le Marin ist eine grosse Bucht im Südwesten von Martinique und es gibt neben den Charterbetrieben viele Segelschiffe. Eigentlich dreht sich hier alles um das Segeln und die dazu benötigten Schiffe. Das hier liegenden Dörfer Le Marin und St. Anne sind sehr klein. Die Preise für einen Liegeplatz im Hafen sind relativ moderat, das muss wohl daran liegen, dass Martinique in einem Hurrikan Gebiet liegt. Uns ist dieser Preis egal, weil wir ankern. Dafür sind die Preise für Schiffszubehör exorbitant. Für einen kleine Druckknopf in mieser Qualität fallen 7.50 € an. Das von uns für die Ankerwinch benötigte Teil würde sagenhafte 52 € kosten. In Asien kostet das gleiche Teil vom gleichen Hersteller ungefähr 6 €. Nun gut, wir sind froh, dass wir über die benötigten Ersatzteile verfügen und damit unser Budget nicht allzu stark strapazieren müssen.

In der Karibik sind wenige „Reisende“ oder „Cruiser“ unterwegs, hier sind die Leute in den Ferien. Man fährt mit dem eigenen Schiff zu einigen Ankerplätzen oder es wird dafür eine Yacht für eine oder zwei Wochen gemietet und dann fliegt man wieder nach Hause. Keiner will etwas vom anderen wissen, keiner grüsst, aber die einheimischen Martiniquais sind alle sehr nett und freundlich. Es ist Touristen-Saison hier in den karibischen Inseln und das Wetter ist hervorragend, Ein oder zwei kleine, erfrischende Regenschauer pro Tag, die Temperatur ist nicht zu heiss und nicht zu kalt. Wassertemperatur um die 25°, also vom Wetter her ist es ideal hier zu sein.

Wir selber werden etwa zwei Monate in der Karibik verbringen, dann ziehen wir Mitte Mai weiter zu den Azoren und dann nach Gibraltar.

Le Marin, Martinique
Le Marin, Martinique
Wir ankern an einer sehr schön Position: 14 27.22 N & 060 52.88 W, etwa eine Meile von der Marina entfernt.
Le Marin, Martinique
Le Marin, Martinique
Die ersten drei Fotos haben wir innerhalb von 24 Stunden von unserem Schiff am Ankerplatz aufgenommen,
Le Marin, Martinique
Le Marin, Martinique
Die Szenen wechseln sehr schnell ... diese Aufnahme stammt von heute (20.3.) morgens, etwa um 6 Uhr.
Le Marin, Martinique
Le Marin, Martinique
Das „Hurrikan Hole“ scheint nicht ganz so sicher zu sein. Es gibt hier im Süden von Martinique viele Wracks zu sehen.
Le Marin, Martinique
Le Marin, Martinique
Dieses kleine Segelschiff hat es nicht mehr in das „Hurrikan Hole“ geschafft, es liegt völlig zerstört direkt vor dem Eingang auf dem Riff.
Le Marin, Martinique
Le Marin, Martinique
Dieses grössere Schiff wurde während einem Sturm auf den Strand gespült. Die Yacht scheint nicht total zerstört zu sein, aber offensichtlich ist es ncht möglich, ein gestrandetes Schiff wieder in das tiefere Wasser zu zehen.
St.Anne, Martinique
St.Anne, Martinique
Es scheint, dass die Segler oder all die Leute, welche vom Meer kommen, dringend beten oder vielleicht gar beichten müssen, denn die Verlängerung des Steges führt direkt durch den Eingang in die Kirche. St. Anne liegt ca. 1 Seemeile südlich von Le Marin.





Wir segeln von "Le Marin" nach "Fort de France"

Wir sind nach ein paar Tagen "Stillstand" in Le Marin wieder unterwegs und segeln gemütlich an der Westküste von Martinique in Richtung Norden der Insel. Der überall präsente französische Zoll fährt in den Hafen von Le Marin ein, wir sehen die überdimensionierte und staatliche Macht demonstrierende Fregatte von weitem. Sie haben uns schon viele Male kontrolliert, aber hier, in Le Marin, waren die Beamten  vor 14 Jahren sehr unfreundlich und wir haben uns damals geschworen, kein französisches Territorium mehr anzulaufen (Bei diesen Kontrollen geht es nur um die Mehrwertsteuer). Wir haben aber das  Interesse der Zöllner (noch) nicht geweckt, vielleicht dachten sie auch wegen unserer malaysischen Flagge und dem am Heck angeschriebenen Heimathafen "Langkawi" dass wir nur chinesisch oder ähnliches sprechen und das wollten sie sich selber nicht antun :-))

Im Süden von Martinique
Im Süden von Martinique
Im Süden von Martinique überholt uns das Schiff des Zolls. Wir treffen sie wieder an unserem nächsten Ankerplatz …
Rocher du Diamant, Martinique
Rocher du Diamant, Martinique
Der „Rocher du Diamant“ ist ein 200m hoher Basaltfelsen mitten im tiefblauen Meer, vor der Südwestküste Martiniques. 1804 wurde der unwirtliche Steinbrocken durch die Briten besetzt und zu einer Festung ausgebaut. 100 Mann und 5 Kanonen hatten die Aufgabe, den Schiffsverkehr der Franzosen zwischen den französischen Inseln Martinique und St. Lucia zu behindern, was sie zwei Jahre lang schafften. 17 Monate später wurde die Insel von einer französisch-spanischen Flotte mit 16 Schiffen angegriffen. Unter der Führung von Admiral Pierre de Villenueve musste sich die britische Garnison geschlagen geben.
Anse d' Arlet, Martinique
Anse d' Arlet, Martinique
Wir ankern in der Bucht von „Anse d'Arlet“. Das Schiff des Zolls liegt ebenfalls vor Anker. Wir gehen zum Mittagessen an Land und spazieren nachher durch das Dorf. Als das Zollboot ablegt, machte es noch eine langsame Kurve zu unserem Schiff. Aber ein Schiff ohne Besatzung kann nicht kontrolliert werden, also fahren sie weg. Wir haben nichts zu verbergen. Aber wenn es nicht sein muss, verschonen wir uns selber vor den dummen Fragen.
Anse d' Arlet, Martinique
Anse d' Arlet, Martinique
Wie in St. Anne führt der Steg auch in Anse d'Arlet direkt in die Kirche. Irgendwie hat diese Gestaltung von Steg und Kirche ein System.
Anse d' Arlet, Martinique
Anse d' Arlet, Martinique
Das sympathische Städtchen „Anse d'Arlet“ von oben gesehen.
Grande Anse d' Arlet, Martinique
Grande Anse d' Arlet, Martinique
Wir ankern über Nacht mit vielen anderen Schiffen in der „Grande Anse d' Arlet“. Die Bucht ist wegen dem Schwell etwas unruhig, aber geschlafen haben wir trotzdem gut.
Fort de France, Trois Îlets, Martinique
Fort de France, Trois Îlets, Martinique
Am frühen Morgen verlassen wir „Grande Anse d' Arlet“ und fahren die 6 Seemeilen nach „Fort de France“, zu den „Trois Îlets“. Da ankern wir, obwohl es nur auf der vom Wind ungeschützten Seite der Inseln möglich ist.
Fort de France, Trois Îlets, Martinique
Fort de France, Trois Îlets, Martinique
Aus ist der Traum ... eine „Lagoon 380 Premium“ ist völlig, heruntergekommen und sie muss schon Jahre hier unbenutzt an der Boje liegen. Mittlerweile wurden auch alle demontierbaren Bestandteile dieses Schiffes entfernt. Die Türen sind offen und einige Fenster fehlen ebenfalls. Es scheint, dass ein Schiff keine gute Investition und nicht leicht zu verkaufen ist.
Fort de France, Trois Îlets, Martinique
Fort de France, Trois Îlets, Martinique
Ganz unverständlich ist, dass man in der Bucht zwei dieser „Lagoon 38 Premium“, im selben verwahrlosten Zustand, antrifft. Man sieht keine sichtbaren Schäden und es scheint, dass sie hier einfach ihrem Schicksal überlassen worden sind. Diese Boote sind nicht billig, sie werden zurzeit auf dem Occasionsmarkt für etwa 200‘000 € angeboten (https://www.boot24.com/werft/lagoon/380/) …
Fort de France, Trois Îlets, Martinique
Fort de France, Trois Îlets, Martinique
Es gibt noch weitere komplett verwahrloste Schiffe in dieser Bucht, wie diese kleinere Racing-Yacht. Auch von diesem Schiff sind in dieser Bucht zwei identische Modelle im selben Zustand vor Anker.
Fort de France, Trois Îlets, Martinique
Fort de France, Trois Îlets, Martinique
Haben wir doch Napoleon in St. Helena angetroffen, treffen wir in dem Dörfchen "Trois Îlets" auf seine Frau Josephine, welche hier geboren wurde und bis zu ihrem 16. Geburtstag auch in diesem Dörfchen gelebt hat. Josephine wurde in der Kirche Notre-Dame de la Bonne-Délivrance" in „Trois Îlets“ getauft. Eine Gedenktafel an der Mauer der Kirche erinnert an die für Frankreich wichtige Frau.
Saint Pierre mit Montagne Pelée, Martinique
Saint Pierre mit Montagne Pelée, Martinique
Saint Pierre mit dem „Montagne Pelée im Hintergrund“. 1902 fand der katastrophale Vulkanausbruch statt. Der Vulkan explodierte und schickte eine pyroklastische Giftwolke nach St. Pierre, welche die Stadt in der unvorstellbaren Geschwindigkeit von ungefähr 700 km/h in Sekundenschnelle erreichte. Es herrschten Temperaturen von 1‘000 Grad und alles Brennbare ging in Flammen auf. Das Meer begann zu kochen und die meisten Schiffe vor Anker wurden vernichtet. Wenn man durch St. Pierre spaziert, sieht man noch überall Ruinen, welche an den Vulkanausbruch erinnern. Die versunken Schiiffe sind heute noch in der Bucht zu finden und sie sind ein beliebtes Ziel der Taucher.
Saint Pierre, Martinique
Saint Pierre, Martinique
Der kleine Ort St. Pierre mit den Türmen der "Notre Dame de l'Assomtion".







März / April 2018: Dominica

Wir ankern in der Bucht vor "Roseau", im Süden von Dominica

Dominica ist eine kleine Insel mit 170'000 Einwohner. Wir ankern vor der Hauptstadt mit dem Namen Roseau. Im September 2017 wurde die Insel vom Hurrikan "Maria" getroffen und die Zerstörung war gewaltig. 90% der Häuser wurden vom Hurrikan abgedeckt. Auch die Natur wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, die Insel selber sieht wie rasiert aus. Repariert wird sehr gemächlich und die meisten Dächer sind mit Plachen und ein paar Ziegelsteinen provisorisch abgedeckt.

Die Preise in der Karibik sind hoch, aber in Dominica sind sie bei minimalem Sortiment sehr hoch. Ich weiss nicht, wie die Leute sich bei diesem Preisniveau irgendetwas leisten können. Wir von der Rasse der „Touristen“ werden sowieso geschröpft und es ist eine gute Idee, vor dem Kauf nach dem Preis zu fragen. Ein Essen (Reis + ein paar Shrimps) für vier Personen kostete uns in einer „Bruchbude“ am Ende der Welt 400 EC$ oder umgerechnet etwas über 140 CHF. Es blieb uns nichts anderes übrig, als zu Zahlen und den Betrag unter „Entwicklungshilfe“ abzubuchen. Zum Vergleich: Es gibt in der Bucht von Portsmouth ein BBQ „mit Massenabfertigung“ für 50 EC$ mit einem gleichwertigen Essen und Rumpunch à Diskretion. Das ist ebenfalls ein stolzer Preis, aber da kann man den 5-er stehen lassen. Ich muss hier noch beifügen, dass ich nichts gegen Bezahlen habe, aber ich hätte gerne dafür eine adäquate Leistung. Ich glaube, die Einheimischen denken manchmal: weisser Tourist = wandelnder ATM.

Roseau, Dominica
Roseau, Dominica
Roseau ist die Hauptstadt von Dominica und liegt im Süden der Insel. Es ist unmöglich, hier zu ankern, da die möglichen Plätze durch Bojen belegt sind. Das eine Bojenfeld wird von „Marcus“ und das andere von „Mr. Bean“ (SeaCat) organisiert. Nun, „Mr. Beam“ ist jung und schnell, er holt ausnahmslos alle ankommenden Segler mit seinem Motorboot mit dem Ergebnis, dass seine Bojen am Abend ausverkauft sind und bei „Marcus“ kein Segelschiff zu sehen ist. „Wer sich ziert, verliert“ wäre das passende Sprichwort dazu.
Roseau, Dominica
Roseau, Dominica
Wir sind wieder bei den Kirchen :-)). Sie stehen einfach immer zentral, überragen die umstehenden Häuser und sind darum ein Blickfang.
Roseau, Dominica
Roseau, Dominica
Eines muss man dem Herrgott lassen, er hat alle gleich behandelt und auch seine Häuser nicht vor den Folgen des Sturms verschont.
Roseau, Dominica
Roseau, Dominica
Eine weitere Kirche ohne Dach. Der starke Wind mit rund 250 km/h ist an sich schon sehr gefährlich. Aber die herumfliegenden Dächer und Wellbleche sind dann extrem gefährlich. Wir haben einmal bescheidene 55 Kn Wind mit Regen erlebt. Schon bei diesen Windgeschwindigkeiten fliegen die Regentropfen wie Geschosse horizontal durch die Luft. Es ist für uns unvorstellbar, wie sich so ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten um 250 km/h anfühlt. Man verkriecht sich irgendwo im Haus und dann fliegen das Dach und die Wände weg. Auf dem Meer hätte man sowieso keine Überlebenschance ….
Roseau, Dominica
Roseau, Dominica
Die wirklich alten Holzhäuschen sehen weniger beschädigt aus. Aber es kann sein, dass ein Haus von einem Sturm zerstört wird und das Nachbarhaus davon verschont bleibt.
Roseau, Dominica
Roseau, Dominica
Kleines Holzhaus, an sehr schöner, erhöhter Lage.
Roseau, Dominica
Roseau, Dominica
Der "Barbiershop" in Roseau. provisorisch ein wenig repariert, aber leider geschlossen.
Roseau, Dominica
Roseau, Dominica
Strassenszene in Roseau, nichts besonderes, aber alle Fotos zusammen vermitteln vielleicht ein wenig „karibische Stimmung“.
Roseau, Dominica
Roseau, Dominica
Wir sind nach Portsmouth, im Norden von Dominica unterwegs. Die Strecke ist kurz und beträgt ungefähr 20 Seemeilen. Weil wir auf der windgeschützten Seite der Insel unterwegs sind, benutzen wir für die Fahrt mehrheitlich den Motor anstelle der Segel.



Wir ankern in der Bucht vor "Portsmouth", im Norden von Dominica

Portsmouth liegt im Norden von Dominica. Auch hier gibt es viele Bojen, welche man mieten kann (PAYS - Portsmouth Association of Yacht Security). Die Bucht ist sehr gross und wir bevorzugen wie immer zu ankern. Unser Ankerplatz ist - wie immer - relativ weit draussen. Das ist sehr vorteilhaft, weil es a) keine Mücken gibt, b) viel weniger Lärm durch die Musik der Bars am Strand und c) weil wir für die Vermittler von Touren zu weit draussen sind. Es lohnt sich nicht, uns zu besuchen.

Am Abend treffen wir ein nettes Schweizer Paar aus Brunnen, Claudia und Andy. Sie offerieren uns, gemeinsam mit ihnen die Insel zu erkunden und sie haben dafür ein Auto mit Chauffeur gemietet. Wir benutzen die Gelegenheit und verbringen zwei Tage mit ihnen.



Portsmouth, Dominica
Portsmouth, Dominica
Wir fühlen uns wie in Luzern am Vierwaldstättersee, es sieht heute morgen beinahe so aus. Die Berge sind mit Nebel verhangen, es regnet und es ist nicht wirklich warm. Wir befinden uns aber nicht in Luzern, sondern in Portsmouth, im Norden der karibischen Insel Dominica. Nur, hier wechselt das Wetter schnell. Nach zwei Stunden erfreuten wir uns am typisch karibischen Wetter, warm und Sonnenschein :-))
Portsmouth, Dominica
Portsmouth, Dominica
Der Partystrand in Portsmouth. Es sieht idyllischer aus, als es in Wirklichkeit ist. Im Hintergrund sind die vor Anker liegenden Schiffe. Der Ankerplatz ist sehr gut und es gibt zwei Stege, an welchen man anlegen kann. Einer hier am Strand und der andere ist im Zentrum der kleinen Stadt Portsmouth.
Portsmouth, Dominica
Portsmouth, Dominica
Ein Wrack, welches sehr wahrscheinlich beim Hurrikan von letztem September an den Strand gespült wurde. Cool ist, wie das Stahlschiff mit mindestens 20 Tonnen Gewicht mit einem Seil am Kabelmast für die Elektrizität gesichert wurde. Ich denke nicht, dass sich dieses Schiff nochmals bewegen wird …
Portsmouth, Dominica
Portsmouth, Dominica
Wenn man ehrlich ist, sieht es überall ein wenig trostlos aus. Aber die Sonne, das karibische Klima und die Atmosphäre lassen alles etwas akzeptabler erscheinen, es darf nur nicht regnen :-)) ...
Portsmouth, Dominica
Portsmouth, Dominica
Wir spazieren an der Strandstrasse ans südliche Ende von Portsmouth. Wir finden dort die „Spanisch Bar“. Und es wird auch spanisch gesprochen, weil die Inhaberin aus der Dominikanischen Republik stammt.
Portsmouth, Dominica
Portsmouth, Dominica
Wir gönnen uns ein Kaffee und haben einen kleinen Schwatz mit der Inhaberin, welche ihre Frisur trimmt.
Portsmouth, Dominica
Portsmouth, Dominica
Der kleine Markt vor den ruinierten Häusern befindet sich an der Strasse zum Steg, wo wir unser Beiboot parkieren. Das ist natürlich sehr praktisch und wir müssen das eingekaufte Gemüse nur ein paar Meter tragen.
Westküste von Dominica
Westküste von Dominica
Das Dorf „Morne Raquette“, mit Sicht auf die „Batali Beach“, liegt an der Westküste von Dominica. Diese Gegend scheint etwas weniger durch die Folgen des Sturms gelitten zu haben oder die Leute haben die notwendigen Reparaturen schneller in Angriff genommen.
Trafalgar Falls an der Ostküste von Dominica
Trafalgar Falls an der Ostküste von Dominica
Die „Trafalgar Wasserfälle“ liegen an der Ostküste von Dominica. Die Vegetation ist auch hier weitgehendst zerstört.
Ostküste von Dominica
Ostküste von Dominica
Die Ostküste ist die Seite der Insel, wo es immer windig ist. Hier wollen die Leute eine Marina bauen, was sicher keine gute Idee ist. Die Westseite ist die Lee-Seite der Insel, d.h. dort wäre der Platz für einen Yachthafen.
Ostküste von Dominica
Ostküste von Dominica
Trostloser Anblick, nur noch wenige Palmen stehen. Auch wenn hier im tropischen Klima alles sehr schnell wächst, braucht es doch einige Jahre, bis sich die Natur erholt hat.
Ostküste von Dominica
Ostküste von Dominica
Der "Klimchange" hat auch diese Brücke gefunden ;-)) ... Es gibt auf der Insel tausende "Langzeitparkierer", deren Fahrzeuge nach 30 oder mehr Jahren des Parkierens nur noch aus einem rostigen Chassis bestehen. Ist ja schon einmal gut für das Klima, denn sie haben keinen Verbrauch mehr und entsorgen sich in den nächsten 50 Jahren von selbst.
Ostküste von Dominica
Ostküste von Dominica
Kleines Dorf an der sehr schönen, aber wilden Ostküste von Dominica.
"Kalinago Territory" an der Ostküste von Dominica
"Kalinago Territory" an der Ostküste von Dominica
Wieder einmal wird uns eine Kirche gezeigt, dieses Mal die katholische Kirche „Salybia“. Zuvor betrachteten wir die einfachen Kunstwerke des alten Herrn, geschnitzte Kokosnusshälften. Er würde uns diese gerne verkaufen, den Preis sehen wir auf der Innenseite, meint er. Ups … 300 EC$ oder etwa 100 € für die Kleinste im Sortiment. Auf die Frage nach einer „Donation“ gaben wir ihm ein generöses Trinkgeld, aber seiner Mimik nach zu schliessen, war es zu wenig. Auf dem Bild sind Andy und Claudia zu sehen.
"Kalinago Territory" an der Ostküste von Dominica
"Kalinago Territory" an der Ostküste von Dominica
Diese Kirche „Sainte Marie oft the Caribs“ ist ausnahmsweise bereits renoviert. Die darum herbaute Schule ist nach wie vor total zerstört und die Kinder besuchen den Unterricht an einem anderen Ort.
Rupert Bay, Portsmouth, Dominica
Rupert Bay, Portsmouth, Dominica
Die Natur hat schon gewaltige Schauspiele auf Lager. Da es hier sehr häufig auf kleinem gebiet tropische Regen gibt, entstehen die schönsten Regenbogen. Ich glaube, wir haben noch nie einen in den Farben so starken Regenbogen gesehen.
Rupert Bay, Portsmouth, Dominica
Rupert Bay, Portsmouth, Dominica
Wir sehen beinahe einen doppelten Regenbogen über die gesamte Prince Rupert Bay …
Rupert Bay, Portsmouth, Dominica
Rupert Bay, Portsmouth, Dominica
Abendstimmung an der Prince Rupert Bay in Portsmouth …







April 2018: Guadeloupe

Wir verlassen die Prince Rupert Bay in Portsmouth, Dominica und segeln durch die Guadeloupe vorgelagerten Inseln Îles les Saintes. Zwischen den karibischen Inseln herrschen immer gute Segelbedingungen mit idealem Wind aus Osten. So erreichen wir die kleine Ortschaft im Süden von Guadeloupe „Rivière Sens“ (15 58.7378 N & 061 42.9809 W) in ein paar Stunden. Erstaunlicherweise hatten wir bei unserer Ankunft 20-30 Kn Wind aus dem Westen, d.h. der Ankerplatz vor der Marina von „Rivière Sens“ war sehr ungünstig und wir zogen nach einer Stunde weiter in Richtung Norden. Wir ankerten in der kleinen Bucht „Anse à la Barque“ (16 05.3170 N  & 061 46.2125 W).

In der Bucht „Anse à la Barque“ gibt es ein Haus am Strand und durch den Feldstecher sah es aus, als wäre es ein kleines Restaurant. Wir ruderten mit dem Beiboot an den Strand und spazierten zum eingezäunten Haus. Es war ein privates Haus, mit vielen Leuten aus Guadeloupe, welche das Wochenende da verbrachten. Obwohl privat, wurden wir spontan eingeladen, was wir als wirklich aussergewöhnlich gastfreundich empfanden. Wir genossen die Stunden dort.

Am nächsten Tag segelten wir nach „Deshaies“ (16 18.4009 N & 061 47.9722 W). Die Bucht ist gross und ideal zum Ankern. Wegen der vielen Schiffe ankerten wir weit draussen.
Hinter uns ankerte eines der gössten Segelschiffe, die SY "Espiritu del Xarey". Der Sloop mit einer Länge von rund 140 Fuss oder 43 m wiegt über 270 Tonnen (zum Vergleich: unsere "NatHape hat ein Gewicht von ungefähr 15 Tonnen). Im Dorf treffen wir die Crew des Schiffes und plaudern mit ihnen. Sie laden uns am nächsten Tag ein und zeigen uns die Yacht der Superlative. Die "Espiritu del Xarey" hat eine 5-köpfige Crew, ohne Koch. Der Koch reist mit dem Inhaber. Alles ist so überdimensioniert, dass das Schiff auch für die grosse Crew sicher schwer zu handhaben ist. Der Mast hat eine Höhe von über 50 m und die gesamte Segelfläche beträgt etwa 1'500 m2 ("NatHape" Mast 20 m, Segelfläche 160 m2). Das Main-Segel (nicht die Genua) wiegt 400 kg. Der 12-Zilinder Motor würde den Rumpf der "NatHappe" füllen ... Unabhängig der Kosten des Schiffes bevorzuge ich unsere im Vergleich kleine "NatHape". Ein Schiff dieser Grössenordnung ist nicht geeignet für eine Reise, wie wir sie unternommen haben,

Îles les Saintes, Guadeloupe
Îles les Saintes, Guadeloupe
Die „Îles les Saintes“ besuchten wir bereits im Jahre 2004. Wir fahren nur durch die Inselgruppe. Anhalten und über Nacht bleiben ist uns zu kompliziert, da man heute in dieser kleinen Inselgruppe nicht mehr ankern darf und sich an einer Boje anhängen muss.
Anse à la Barque, Guadeloupe
Anse à la Barque, Guadeloupe
Man sieht hier in der Karibik wenige Pelikane. Einem Pelikan beim Fliegen zuzusehen ist ein Genuss, vor allem wenn sie sich in Gruppen durch die Lüfte bewegen.
Deshaies, Guadelupe
Deshaies, Guadelupe
Unser Ankerplatz in „Deshaies“ auf der Position 16 18.4009 N & 061 47.9722 W. „Deshaies“ ist ein sympatisches kleines Touristendorf mit einigen Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Obwohl sich viele Schiffe hier aufhalten, ist die Bucht ein idealer Ankerplatz. Nur, es regnet viel und es hat meisten sehr starken Wind aus dem Osten, mit einer Stärke um die 20 bis 30 Kn.
SY "Espiritu del Xarey" in Deshaies, Guadeloupe
SY "Espiritu del Xarey" in Deshaies, Guadeloupe
Nicht wirklich gross sieht das Schiff auf dem Foto aus. Man sieht ihr die 43 m Länge nicht an. Wenn man aber von so einem Schiff zurück kommt und sich auf unserer auch nicht kleinen "NatHape" gemütlich macht, hat man das Gefühl, in einem "Spielzeugschiff" zu sitzen :-))







April 2018: Antigua

In Antigua findet in dieser Woche die „Antigua Classic Yacht Regatta 2018“ statt. Glück für uns, dass wir an diesem Event zufälligerweise hier vor Ort sind. Wir haben versucht, bei diesem Megaspektakel einige schöne Bilder aufzunehmen, was aber nicht ganz so einfach war. An zwei Tagen sind wir mit der „NatHape“ während des Rennens in der Nähe der Strecke herum gefahren und haben dabei versucht, einen idealen Standort für unsere Aufnahmen zu finden.  Es müssen vor allem zwei Komponenten für ein gutes Foto stimmen: Ersten  sollte man für das Fotografieren idealerweise die Sonne im Rücken haben und zweitens muss man relativ nahe an die am Rennen teilnehmenden Schiffe kommen. Das Wetter stimmte, nur der starke Wind um die 20 Knoten mit den entsprechend hohen Wellen machte das Ruhighalten der Kamera mit dem Teleobjektiv für die Aufnahmen sehr schwierig. Nathalie steuerte unsere „NatHape“ an die „Hot-Spots“ und ich knipste die wunderschönen Objekte. Wir hoffen, dass Euch die Bilder gefallen und in der Fotogalerie  gibt es noch ein paar mehr …




Unsere Reise von Antigua zu den Azoren

Wir werden in den nächsten Tagen Antigua verlassen und zu den Azoren segeln. Die 2.300 Seemeilen lange Fahrt dauert im besten Falle 13 Tage. Das Wetter für diese Route wird durch den Standort des Hoch­druck­gebietes über den Azoren bestimmt. Ein Hoch­druck­gebiet in der nördlichen Hemisphäre dreht im Uhr­zeigers­inn, d.h. dieses Hoch sollte möglichst südlich liegen, damit wir nicht zu weit nach Norden zu fahren haben.

Die ersten 7 Tage ist die Reise einfach, da in der Karibik der Wind mehr oder weniger immer aus dem Osten kommt. Wir fahren solange nach Nordosten, bis wir oberhalb des Hochs dann definitiv nach Osten, zu den Azoren,  abdrehen können. Das Problem ist nur, dass wir nicht wissen, wo das Hoch bei unserer Ankunft sein wird. Über einen so langen Zeitraum gibt es leider keine genauen Wettervorhersagen, wir haben dann die Wetterstation zu nehmen, wie sie ist.
Unsere geplante Reise zu den Azoren
Unsere geplante Reise zu den Azoren

Die blaue Linie ist der Weg den wir planen. Die 10 roten Kreise entsprechen der Distanz unserer Fahrt für die nächsten 10 Tage, bei der Annahme, dass wir ~150 SM pro Tag zurücklegen. Die pink farbige Linie ist die Berechnung der idealen Route gemäss den aktuellen Wetterdaten. Wir haben heute den 1. Mai, die letzte rote Kreislinie entspricht der angezeigten Wetterprognose vom 11. Mai. Das viel zu weit nördliche gelegene Hochdruckgebiet über den Azoren wäre sehr ungünstig für uns, weil wir damit auf Gegenwind von rund 20 Knoten stossen würden. Aber morgen können die Wettervorhersagen bereits wieder anders aussehen. Auf dieser Reise geht nichts ohne ein wenig Glück …