2004 - Januar, Atlantik├╝berquerung

Unsere Atlantiküberquerung ...
Unsere Atlantiküberquerung ...



Zusammenfassung:


Anfänglich denkt man, die 2'000 Meilen müssten so schnell wie möglich hinter sich gebracht werden. Nach ein paar Tagen tritt diese Vorstellung völlig in den Hintergrund und man sieht die Dauer der Ueberquerung nicht mehr wie ein Wettrennen gegen die Zeit an. Ob man's glaubt oder nicht, einer der Höhepunkte war "unsere" Flaute. Beinahe mit der Angst bekommt man es zu tun, mitten im Ozean die Segel einzurollen und alles abzustellen. Denn, nichts bewegt sich mehr (vorwärts) und man steht vielleicht das erste mal im Leben wirklich still. Dieses "Anhalten" hat auf irgend eine Weise "kosmische" Dimensionen: Unter sich 1'000-e Meter Wasser, um sich sanft bewegendes Wasser, über sich die gigantische kosmische Vergangenheit mit der einzigen "schnelllebenden" Ausnahmen - die Bewegung der Sonne und die des Mondes mit seinen Zyklen.


Unser Schiff:

So lange Törns sind eher die Ausnahme, aber gerade diese Beweisen, ob das Schiff das Geld wert war, welches man dafür bezahlt hat. Der Rede kurzer Sinn, unser Schiff ist das Geld wert :-)) ... Wir haben diese Reise unter grösstmöglichen Komfort machen können. Genügend Wasser um noch jeden Tag eine Dusche nehmen zu können, genügend Elektrizität für die Kühlschränke, den ohne Unterbrechung laufenden Autopiloten, den Computer, das Radar- und die Navigationsgeräte. Von der Besegelung her ist der Ketch - für uns - das ideale Schiff, denn durch unsere westliche Fahrt und den vorherrschenden Nordostwind fahren wir mit Genua und Besan. Das Gross bleibt eingerollt, weil es vom Windwinkel her der Genua den Wind nehmen würde. Hat man den Wind achterlich, mit einer Abweichung von +/- 30°, dann fährt man die Passatbesegelung mit der Genua und dem Ballooner. Bei 20-25 Knoten Wind erreichten wir so mühelos Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 9 und 11 Knoten.


Statistik:

12 1/2 Tage waren wir unterwegs und sind 2'100 Seemeilen gesegelt. Dies ergibt einen Tagesdurchschnitt von 168 Meilen, resp. ein Stundenmittel von genau 7 Knoten.

21.01.2004 04:00 UTC : Position: 13.05.22N, 059.36.84W, Tagesdistanz: 106 SM, Gesamtdistanz: 2107 SM Wir haben die Insel gefunden und sind in Barbados angekommen :-))

20.01.2004 16:00 UTC : Position: 13.06.69N, 057.58.08W, Tagesdistanz: 145 SM, Gesamtdistanz: 2.001 SM Wir sind noch 90 Seemeilen von Barbados entfernt. Schwacher Wind und hoher Seegang lassen uns irgendwann in der Nacht dort ankommen.

19.01.2004 16:00 UTC : Position: 13.09.58N, 055.31.00W, Tagesdistanz: 149 SM, Gesamtdistanz: 1'856 SM Wenn wir uns nicht völlig verfahren haben, dann sind wir nun rund 231 Seemeilen vor dem Ziel :-)) ... Schönes, aber sehr unruhiges Meer begleitet uns heute.

18.01.2004 16:00 UTC : Position: 13.11.03N, 053.02.25W, Tagesdistanz: 130 SM, Gesamtdistanz: 1'707 SM 6 Stunden Flaute ... so haben wir mitten im Atlantik "quer-gelegen" und auf Wind gewartet ... nun fahren wir wieder, zwischen lokalen Regenschauern mit teilweise kräftigen Winden.

17.01.2004 16:00 UTC : Position: 12.58.24N, 050.53.50W, Tagesdistanz: 173 SM, Gesamtdistanz: 1'577 SM Es herrscht ein Durcheinander mit dem Wetter :-)) ... Daniel in Paris meint, dass wir keinen Wind hätten, unser Freund in Deutschland sieht 15 Kn SE und wir haben 20 Kn N ... das Wichtigste: der Wind hier ist sehr gut und wir segeln mit 7-9 Kn Fahrt in Richtung Barbados ...

16.01.2004 16:00 UTC : Position: 13.22.74N, 048.01.06W, Tagesdistanz: 171 SM, Gesamtdistanz: 1'404 SM 13 Kn O-Wind, 6-7 Kn Fahrt, bestes Wetter und nichts Neues ...
15.01.2004 16:00 UTC : Position: 13.38.79N, 045.07.12W, Tagesdistanz: 169 SM, Gesamtdistanz: 1'233 SM Die "Dorade ROYAL" hat nicht angebissen, dafür ein etwa 2m langer Schwertfisch. Zu gross für uns, zumal wir beide nicht unter den Menschen-Typus "Jäger" fallen. Wir haben ihn ziehen lassen und hoffen, dass er es überlebt.

14.01.2004 16:00 UTC : Position: 13.57.04N, 042.17.26W : Tagesdistanz: 181 SM, Gesamtdistanz: 1064 SM Wie gestern erwähnt, haben wir heute bei 1'034 Seemeilen genau die Mitte unseres Weges
Kapverden --> Barbados überschritten. Der "Bergpreis" wurde entsprechend gefeiert. Nathalie hat heute nacht in fünf-stündiger Arbeit unseren Ballooner zusammen geflickt. Seit heute morgen ist er wieder oben und wir hoffen, dass die improvisierte Reparatur die nächsten Tage überstehen wird.

13.01.2004 16:00 UTC : Position: 13.25.01N, 039.17.57W, Tagesdistanz: 202 SM, Gesamtdistanz: 883 SM Heute haben wir unseren persönlichen Tagesrekord aufgestellt. 202 Meilen innerhalb von 24 Stunden ... aber was sind schon 202 Seemeilen? Um ein Gefühl für diese Distanz zu bekommen, vergleichen wir sie mit einer uns bekannten Grösse: 202 Seemeilen entsprechen etwas mehr als die Distanz zwischen Paris und London ... Leider haben wir einen Riss in unserem Ballooner. Die 8 Jahre sind offensichtlich nicht spurlos an ihm vorüber gegangen. Das Material, ihn provisorisch zu flicken haben wir an Bord und wir wollen ihn morgen wieder hochziehen. Ebenfalls morgen abend liegt die Hälfte der Strecke Kapverden - Barbados hinter uns ...

12.01.2004 16:00 UTC : Position: 13.41.32N, 035.52.55W, Tagesdistanz: 179 SM, Gesamtdistanz: 681 SM Nichts neues heute. Friedlicher Tag, schönes Wetter, guter Wind, was will man mehr :-)) ... Wir haben uns entschlossen, Barbados anzulaufen und dann von dort aus in Richtung Antigua zu segeln.

11.01.2004 16:00 UTC : Position: 13.59.02N, 032.47.22W, Tagesdistanz: 190 SM, Gesamtdistanz: 502 SM Die "Dorade ROYAL" hat leider die Angel bis jetzt noch nicht gefunden ... dafür halten die "Fliegenden Fische" unser Schiff des nachts für eine Landepiste. Unglücklicherweise enden diese Bruchlandungen - für die Fische - meistens tödlich. Unsere Zeitschätzung von 10-13 Tagen für die Atlantiküberquerung (Cap Verde - Karibik) ist unrealistisch. Es gibt doch zuviele Stunden mit Schwachwind und so denken wir, dass ~ 13-15 Tage realistischer sind .. Da wir immer mehr südlich segeln (wir müssen bei unserer Besegelung den Wind im Rücken haben), überlegen wir uns, als erste Insel Barbados anzulaufen. Barbados ist die östlichste Insel der kleinen Antillen und sie kann nachher, aufgrund der Winde, nicht mehr besucht werden.

10.01.2004 16:00 UTC : Position: 14.39.89N, 029.41.92W, Tagesdistanz: 153 SM, Gesamtdistanz: 312 SM Wir sind ca. 310 Seemeilen von den Kapverden entfernt. Schönes Wetter, schöner Wind - 18-20 Kn - und hoher Seegang - 3 bis 4 m. Morgen werden wir mittels Fischerrute die Speisekarte im "Chéz Nathalie *****" erweitern. Dazu habe ich die Angel mit dem Vermerk "Dorade ROYAL für zwei Personen" vorbereitet :-)) ...

09.01.2004 16:00 UTC : Position: 15.47.92N, 027.24.00W, Tagesdistanz: 159 SM, Gesamtdistanz: 159 SM

03.01.2004 00:00 UTC : (Cap Verde, Mindelo): Position: 16.53.02N, 024.59.65W, Tagesdistanz: 53 SM, Gesamtdistanz: 894 SM

02.01.2004 14:00 UTC: Position: 17.41.96N, 025.06.62W, Tagesdistanz: 138 SM, Gesamtdistanz: 841 SM

01.01.2004 14:00 UTC: Position: 19.37.00N, 025.45.09W, Tagesdistanz: 171 SM, Gesamtdistanz: 703 SM

31.12.2003 14:00 UTC: Position: 21.46.58N, 023.40.45W, Tagesdistanz: 177 SM, Gesamtdistanz: 532 SM

30.12.2003 14:00 UTC: Position: 24.10.72N, 021.47.03W, Tagesdistanz: 180 SM, Gesamtdistanz: 355 SM

(La Gomera, San Sebastian): Position: 26.00.09N, 019.19.47W, Tagesdistanz: 175 SM, Gesamtdistanz: 175 SM.

Fliegende Fische verwechseln unser Schiff mit einer Landebahn ...
Fliegende Fische verwechseln unser Schiff mit einer Landebahn ...
Provisorische Reperatur am Segel ...
Provisorische Reperatur am Segel ...
Provisorische Reperatur am Segel ...
Provisorische Reperatur am Segel ...