2013.01 - Zurück in Penang: Pläne ändern sich - und das ist gut so!
"Pläne sind dazu da, um über Bord geworfen zu werden" - zumindest, wenn man auf einem Segelboot unterwegs ist. Eigentlich wollten wir im Januar zu den indischen Andamanen aufbrechen, doch dann kam uns die thailändische Bürokratie dazwischen: Als Europäer bekommen wir bei der Einreise nur einen Monat Aufenthalt - zu wenig für die ganzen Schiffsarbeiten, die wir plötzlich vorziehen mussten. Also: Kursänderung!
Die Lösung? Eine 75-Seemeilen-Rückkehr nach Penang, wo wir ganz entspannt ein Zwei-Monats-Visum beantragen. Wie läuft das hier? Ganz einfach:
Nachtfahrt mit Hindernissen (und Charme)
Um 4 Uhr morgens ging’s los - Langkawi im Rücken, Penang vor uns. Die Nacht war gespickt mit Hunderten Fischerbooten, die mal als leuchtende Punkte (Langkawis Ankerhelden), mal als unberechenbare Zick-Zack-Piraten (Schleppnetz-Chaoten) auftauchten. Die großen Jungs sind nicht nur schneller, sondern auch meisterhaft im Überraschungskurs - da heißt es: Augen auf und hoffen, dass sie uns sehen!
Doch trotz allem: Was für eine Fahrt! Die Alternative - eine stickige Fähre plus zwei Hotelübernachtungen - kann da nicht mithalten. Wir schliefen in unserem eigenen Bett, wachten im vertrauten Hafen auf - und freuen uns jetzt auf unverhoffte Penang-Tage.
Tanjong City Marina - Ein Symbol malaysischer Kurzlebigkeit?
Die Tanjong City Marina in George Town hätte eine Traumlage sein sollen: direkt im Herzen der Stadt, mit Zollgebäuden vor der Nase und einer Diskothek mitten im Hafenbecken ("Yachtparty mit Bürokratie-Flair!"). Gebaut 2006, war sie von Anfang an ein Sorgenkind - wie die *New York Times* schon damals trocken anmerkte: "A good move, but maybe not 100% thought through."
Heute ist die Marina ein Geisterstadt-Projekt: Die Wellenbrecher fehlten, die Versandung wurde ignoriert, und jetzt rosten die Pontons vor sich hin. Nur der letzte Pier dient noch als Dinghi-Parkplatz - bewacht von einem Pförtner, der vermutlich öfter Gähnen als Diebe vertreibt.
Der unterschätzte Ankerplatz: Unsere Überraschung
Rechts der Fährstation (**05°24.30’N, 100°20.35’E**) warnten uns alle: "Schlechter Grund, driften Schiffe, Fähren als Hindernisparcours!" Doch wir fanden: Perfektes Stadtnest!
Und das Dinghi? Landete problemlos am Marina-Überrest - der Pförtner winkte höflich ("Klau ruhig unser Boot … wenn du es durchs Schilf tragen willst!").
Malaysias Bauwahn: "Neu bauen, nicht reparieren"
Die Marina ist kein Einzelfall. Die **Malakka-Marina** versandet, die Danga-Bay Marina in Johor Bahru ist nur bei Hochwasser nutzbar - und überall stehen Hochhäuser wie Kulissen, halb leer, halb verfallend. Hier wird gebaut, als gäbe es kein Morgen - nur leider ohne Gedanken an Übermorgen.
Fazit:
Wer in Malaysia Ankerplätze oder Häfen nutzt, braucht Flexibilität und Humor. Doch zwischen all den halbfertigen Projekten findet man manchmal unerwartete Perlen - wie unseren Ankerplatz mit Stadtsilhouette. Und wer weiß? Vielleicht ist die nächste Marina ja doch durchdacht … (oder wir träumen einfach weiter).
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