2010.09 - Fiji, Teil 7
 
 
2010.09 - September: Fiji einmal anders 

Ankunft in Fiji - Segeln, Ankern, Entdecken
Drei Tage brauchten wir von Vanuatu bis nach Lautoka im Südwesten Fijis - 470 Seemeilen bei per­fektem Wetter, hart am Wind, aber mit Neptuns Segen. Mitten in der Nacht glitten wir durch den Navula-Pass und ließen den Anker in der Momi-Bay fallen. Am nächsten Tag erledigten wir die Formali­täten in Lautoka und machten uns auf, das "andere" Fiji ken­nen­zu­ler­nen - abseits der Post­karten­idylle. 

Fiji: Mehr als nur Palmenstrände und Cocktails
Wer an Fiji denkt, sieht Traumstrände, türkis­blaues Wasser und Cocktails mit Son­nen­schirm­chen vor sich. Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Während die Touristenhochburgen auf den Mamanucas- und Yasawas-Inseln liegen, zeigt sich der Rest des Archipels ursprünglich und un­ver­fälscht. Hier bestimmen Landwirtschaft, Zuckerrohrfelder und kleine Dörfer das Bild. 

Die Bevölkerung ist grob in zwei Gruppen geteilt: Die Fijianer, seit jeher hier zu Hause, leben oft als Selbstversorger in kleinen Dorfgemeinschaften - freundlich, gelassen und immer mit einem herzlichen "Bula!" auf den Lippen. Die andere Hälfte sind Nachfahren indischer Einwanderer, die vor rund 200 Jahren von den Briten als Plantagenarbeiter ins Land geholt wurden. Sie sind ebenso gastfreundlich, aber deutlich geschäftstüchtiger und prägen heute die Landwirtschaft, Städte und Handel. 

Zuckerrohr-Ernte: Das grüne Gold Fiji
Gerade ist Erntezeit. Überall im Westen von Viti Levu wird Zuckerrohr geschnitten, auf Lastwagen und kleine Züge verladen und zur Verarbeitungsanlage nach Lautoka gebracht. Die Geschichte dahinter? 1874, als Fiji britische Kolonie wurde, kamen tausende Inder als Plantagenarbeiter ins Land. Heute bewirtschaften ihre Nachkommen - rund 22.000 Farmer - kleine Parzellen von vier bis fünf Hektar und produzieren über 90 % des Zuckerrohrs. Pro Jahr werden so mehr als 180 Tonnen geerntet. 

Verloren zwischen Zuckerrohrfeldern - und ein spontanes Fotoshooting 
Bei einer Spritztour auf Nebenstraßen zwischen Lautoka und Sigatoka verfuhren wir uns prompt - und landeten mitten in der Ernte. Die Straße endete bei einer Gruppe von Männern, die gerade Zuckerrohr auf einen Wagon luden. Als wir die Kamera zückten, wollte natürlich jeder aufs Bild - der Wagon war plötzlich zweitrangig. Ravin, der stolze Besitzer von drei Hektar Land, lud uns spontan zum Tee ein - und bestand darauf, uns mit einer seiner Kühe zu fotografieren. 

Die beladenen Wagons werden später zu langen Zügen zusammengekoppelt und nach Lautoka gebracht. Was nicht per Bahn transportiert werden kann, wandert auf Lastwagen - vor der Fabrik stauen sich dann hunderte Trucks in der Schlange. Übrigens: Schon im Vorjahr hatten wir nachgefragt, ob wir in der Fabrik fotografieren dürfen. Leider Fehlanzeige

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Letzte Segeltörn 2010: Von Lautoka nach Savusavu - Zuckerrohr, Yasawas & Zyklonvorbereitung   


Unser letzter Törn des Jahres führte uns von Lautoka durch die Yasawas bis nach Savusavu, wo wir NatHape - unser Schiff - für die Zyklonsaison an einer Helix-Boje parkten. Begleitet wurden wir von Jean und Marcia auf der SY Too Much (eine stolze Amel Super Maramu 2000), während wir selbst Gäste an Bord hatten: Albertine & Pierre, die uns Gesellschaft leisteten.


Route: Südsee-Klischeesnd versteckte Perlen 

Von der Vuda Point Marina aus segelten wir durch ein Who’s who der Yasawa-Inseln: 

  • Malolo Lailai (Musket Cove) - Wo der Yachting-Charme auf Südsee-Flair trifft. 
  • Mana Island - Weiße Strände, aber auch ein Dorf mit echtem Inselleben. 
  • Nevadra Island - Einsamkeit pur, nur wir und das Riffgeflüster. 
  • Waya Island (Octopus Resort) - Wo das "Resort-Feeling" noch nicht überhandnimmt. 
  • Naviti Island (Somosomo, "One Dollar Beach") - Der Name sagt alles: Traumstrand zum Schnäppchenpreis. 
  • Nanuya Island (Blue Lagoon) - Türkis so intensiv, dass man die Sonnenbrille braucht - selbst bei Bewölkung. 

Ausblick 2011: Neues Jahr, neue Ozeane

Mitte März 2011 geht’s zurück nach Fiji - und dann weiter in die Weiten des Pazifiks: Neukaledonien, Vanuatu und die Salomonen warten. Bis dahin vertreten wir uns in Europa die Füße mit Kurztrips nach Spanien, Südfrankreich und Venedig (weil auch Landratten glücklich sein müssen). 



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