Zusammenfassung unserer Reisen durch Vanuatu
2010 - Unsere 1 Reise, drei Etappen voller Magie
Teil 1: Feuer, Tradition & stürmische See
Inselabenteuer zwischen Vulkanen und Kava-Ritualen
Mai 2010 - Tanna Island:
Mai 2010 - Efate:
Juni 2010 - Epi & Pentecost:
Teil 2: Geheimnisse & versunkene Welten
Von Vulkaninseln, Kriegsrelikten und Dschungelabenteuern
Juni 2010 - Ambrym & Espiritu Santo:
Juli 2010 - Aese, Maewo & Malekula:
Teil 3: Rückkehr & Abschied
Wo die Zeit stillsteht und die Seele nachhallt
August 2010 - Tannas letzter Zauber:
2011 - Unsere zweite Reise
Juni 2011 - Aufbruch in ein neues Abenteuer
Einst als Neue Hebriden bekannt, liegt dieser zerstreute Inselarchipel im Südpazifik - eingebettet zwischen Fiji und Australien. Auf 83 Inseln leben rund 200.000 Menschen verstreut in über 3.000 Dörfern, oft so isoliert, dass Nachbarn unterschiedliche Sprachen sprechen. Über 100 indigene Sprachen gibt es hier - eine linguistische Schatzkiste, die von der Vielfalt dieser Inselwelt zeugt.
Manche Siedlungen leben noch völlig abgeschieden von der modernen Welt: Frauen tragen Baströcke, Männer schmücken sich mit dem "Namba" - einem kunstvoll gebundenen Bananenblatt. Und ja, bis vor wenigen Jahrzehnten gehörte auch Kannibalismus zur lokalen Kultur. Doch heute steht Vanuatu für etwas anderes: Laut der New Economy Foundation (NEF) leben hier die glücklichsten Menschen der Erde - gemessen an Lebensfreude, Nachhaltigkeit und Lebenserwartung.
Ob das stimmt? Wir hatten vier Monate Zeit, es mit einem Touristenvisum herauszufinden. Und eines war schnell klar: Die Herzlichkeit der Ni-Vanuatu (so nennen sich die Einwohner) ist ansteckend.
Ein paar Meilen vom brodelnden Yasur entfernt, an der schwefelduftenden Sulphur Bay, liegt das Dorf Ipenkel - das spirituelle Herz des Cargo-Kults. Jeden Freitag verwandelt sich der staubige Dorfplatz in eine Bühne der Hoffnung: Hier versammeln sich die Anhänger der John Frum-Bewegung zum Fahnenappell, singen, tanzen und beten mit einer Inbrunst, die selbst den Vulkan beeindrucken könnte.
Ihr Glaube? Dass eines Tages ihr mysteriöser Messias John Frum mit 5.000 Kriegern aus dem feurigen Schlund des Yasur steigen wird - beladen mit dem ersehnten "Cargo", den Konsumgütern, die nach dem Zweiten Weltkrieg versprochen, aber nie geliefert wurden. Für die Menschen hier ist das keine Legende, sondern absolute Gewissheit. "John Frum wird kommen", flüstern sie - und der Vulkan grollt zustimmend.
An diesem Abend spielen Musikgruppen aus umliegenden Dörfern, jede trägt ihre zehn Lieder vor - mal sanft, mal mitreißend, immer begleitet von Bibeltexten. Die Dorfbewohner sitzen im Kreis, klatschen, singen mit und lassen sich von den Rhythmen tragen. Und während die Stimmen in der warmen Luft schweben, dröhnt der Yasur im Hintergrund, als würde er selbst den Beat vorgeben. Über uns färbt der Nachthimmel sich glutrot, durchzuckt von Lavafontänen.
Was für ein Moment. Zwischen uraltem Glauben, vulkanischer Urgewalt und der puren Freude am Zusammensein fühlten wir uns wie Zeugen eines ganz eigenen, magischen Universums.
Die warme, salzige Brise des Pazifiks streift über das Dorf, als die Sonne langsam hinter den Palmen versinkt. Schon bald versammeln wir uns im Schein der flackernden Fackeln um eine einfache Holzbank - der Platz, an dem die uralte Tradition des Kava-Trinkens zelebriert wird. In Vanuatu ist Kava mehr als nur ein Getränk; es ist ein Symbol der Gemeinschaft, des Willkommens und der Verbundenheit.
Die heilige Zubereitung
Ein lokaler Kava-Master beginnt mit der rituellen Zubereitung. Frische Kava-Wurzeln werden zerkleinert, in ein Tuch gewickelt und in einer großen Schüssel mit Wasser geknetet. Das trübe, erdige Gebräu tropft langsam in eine Schale, begleitet von leisen Gesängen und Geschichten der Dorfältesten. Der Geruch ist herb, fast mystisch - ein Hauch von Erde und Tradition.
Das Trinken - Ein Akt der Ehrung
Nacheinander werden wir aufgefordert, die Schale mit beiden Händen entgegenzunehmen. Ein kurzer Schluck, begleitet von einem lauten Klatschen der Umstehenden. Der Geschmack ist bitter, leicht betäubend, doch das Gefühl der Zugehörigkeit überwiegt. Die leichte Benommenheit, die folgt, öffnet den Raum für Gespräche, Lachen und geteilte Stille unter dem Sternenhimmel.
Kava - Brücke zwischen Kulturen
Diese nächtliche Zeremonie bleibt unvergesslich. Sie lehrt, dass Gastfreundschaft nicht in Worten, sondern in Handlungen liegt. Kava verbindet Fremde zu Freunden - ganz ohne Worte, nur durch das Teilen eines uralten Rituals.
Bislama (Pidgin-Variante Vanuatus):
Wer je an einer solchen Zeremonie teilnimmt, versteht: In Vanuatu schenkt man nicht nur ein Getränk aus, sondern ein Stück Kultur und Herz.
Überholmanöver der "Bosun Bird"
Wir überholen das Schiff "Bosun Bird" und halten das Spektakel bei schwerer See und kräftigem Wind natürlich fotografisch fest. Wie man auf den Bildern sieht, macht selbst das Fotografieren bei wildem Schlingern noch Spaß - schließlich bekommt man selten mal Fotos vom eigenen Schiff in Aktion!
Deshalb nutzen wir immer die Gelegenheit, wenn ein Schiff an uns vorbeizieht. Diesmal hatten wir sogar doppelt Glück: Nick und Jenny von der "Bosun Bird" haben uns nämlich auch abgelichtet - so gibt’s wenigstens Beweisfotos, falls uns mal einer nicht glaubt!
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