Unser Schweizer Besuch begann in Zürich, wo wir nicht nur wertvolle Zeit mit der Familie verbrachten, sondern auch vom Grossmünster aus die perfekte Aussicht für atemberaubende Stadtfotos entdeckten - wer hätte gedacht, dass Reformation und Instagram-Spots so gut harmonieren?
Dann zog es uns ins beschauliche Appenzellerland, wo wir zwischen sanften Hügeln und traditionellen Alphörnerklängen fast selbst Lust aufs Käsen bekamen. Doch das eigentliche Highlight wartete oben: Der Säntis belohnte uns mit einer Aussicht, die selbst Postkarten neidisch macht - der Bodensee glitzerte wie ein riesiger Türkis, und die Ostschweiz lag uns buchstäblich zu Füßen. (Nur die Höhenangst einiger Mitwanderer wurde diskret ignoriert...).
Ein kurzer Trip, aber voller Momente, die uns zeigten: Manchmal braucht es gar nicht die weite Welt - Schönheit liegt direkt vor der Haustür. Und wer weiß - vielleicht überlegen wir uns beim nächsten Mal sogar, ein Alphorn auszuprobieren... oder doch lieber beim Appenzeller Käse bleiben?
Unsere Reise führte uns zu malerischen Orten, die uns mit ihrer ganz eigenen Magie bezauberten. Im Elsass thronte der Mont Sainte-Odile über den Weinbergen - von hier oben schien die ganze Weite der Region mit ihren mittelalterlichen Dörfern und sanften Hügeln zu uns zu sprechen. Die Abtei strahlte eine stille Würde aus, während die Aussicht uns den Atem raubte.
Dann der Kontrast: Die Côte d'Azur empfing uns mit ihrem blendenden Licht und azurblauem Meer. In Antibes spazierten wir durch verwinkelte Gassen, vorbei an bunten Märkten und der trutzigen Stadtmauer, die sich ins Mittelmeer zu stürzen scheint. Éze, dieses Adlerhorst-Dorf, verzauberte mit seinen duftenden Gärten und dem Blick, der bis nach Saint-Tropez zu reichen schien.
Monaco setzte glitzernde Akzente - zwischen Luxusyachten und schroffer Felsenküste fühlten wir uns kurz wie Gäste eines James-Bond-Films. Und schließlich Menton: Das Märchenschloss am See, umgeben von üppigen Gärten, schien direkt einem Roman von Marcel Pagnol entsprungen zu sein.
Jeder Ort erzählte seine eigene Geschichte - und wir durften für einen Moment Teil davon sein.
Gibraltar - wo England auf den Süden trifft
Dezember 2010 - unser Besuch in Gibraltar wird von einem ungewöhnlichen Schauspiel begrüßt: Die berüchtigte Wolke, die den Felsen oft wie ein nasses Tuch umhüllt und die britischen Bewohner mit einem Hauch von "Heimatklima" versorgt, hängt heute besonders dick und tief über der Halbinsel. So extrem haben wir sie in all unseren Jahren noch nie erlebt - fast, als wolle sie uns besonders eindrücklich daran erinnern, dass wir uns hier zwar im Süden Europas, aber dennoch auf britischem Territorium befinden.
Unser Blick fällt auf die Marina Bay - jene Hafenanlage direkt neben dem Flughafen, von der aus wir im November 2003 eine unserer Reisen begannen. Heute wirkt sie wie ein Symbol für die eigenwillige Geografie Gibraltars, wo startende Flugzeuge über die Straße donnern und Schiffe nur einen Steinwurf entfernt vor Anker liegen.
Die Bilder zeigen den markanten Felsen von Gibraltar in unterschiedlichen Perspektiven - mal bedrohlich, mal mystisch in die Wolken gehüllt. Doch das wohl überraschendste Motiv ist die Moschee Ibrahim al Ibrahim, die sich elegant gegen den Felsen schmiegt. Die Einwohner Gibraltars bezeichnen sie scherzhaft als "südlichsten Punkt Europas" - was geografisch zwar nicht stimmt (die italienischen Inseln Lampedusa und Pantelleria liegen deutlich südlicher), aber der Titel "südlichste Moschee Europas" dürfte ihr sicher sein. Ein ironisches Detail in diesem britischen Überseegebiet, das selbst voller kultureller Überraschungen steckt.
Gibraltar bleibt eben immer für eine Überraschung gut - ob durch sein eigenwilliges Wetter, seine kuriosen geografischen Besonderheiten oder diesen unerwarteten islamischen Bau im Schatten des britischen Felsens. Ein Ort, an dem sich Europa, Afrika und britischer Tee auf charmant chaotische Weise begegnen.
Venedig - eine Stadt wie gemalt
Venedig empfing uns mit diesem ganz besonderen Zauber, der sich nicht beschreiben, sondern nur erleben lässt - und wir hatten diesmal vor allem eines im Sinn: diese magische Atmosphäre im Bild festzuhalten.
Schon in den frühen Morgenstunden, wenn die Sonne noch zaghaft über den Dächern lag und sich im Wasser der Kanäle spiegelte, wurde die Stadt zu einem lebendigen Gemälde. Die pastellfarbenen Fassaden, die sich im sanft bewegten Wasser verdoppelten, die verwitterten Holzpfähle, die wie stille Wächter aus der Lagune ragten - jeder Winkel schien darauf zu warten, entdeckt zu werden.
Wir verloren uns in den labyrinthischen Gassen abseits der Touristenströme, wo das echte Venedig atmete: Wäscheleinen spannten sich von Fenster zu Fenster, alte Männer unterhielten sich in schattigen Höfen, und ab und an klang das rhythmische Plätschern einer vorbeigleitenden Gondel zu uns herüber. Besonders die kleinen Brücken, jeder mit ihrem eigenen Charakter, wurden zu unseren liebsten Motiven - wie gerahmte Aussichten auf das stille Wasser und die geheimnisvollen Häuserzeilen dahinter.
Selbst der Markusplatz, sonst so belebt, zeigte sich in den ruhigen Augenblicken des Tagesanbruchs von seiner schönsten Seite. Das goldene Licht der Morgensonne ließ den Campanile fast unwirklich erscheinen, und die Basilika wirkte wie aus einem Märchen entsprungen.
Am Ende blieben nicht nur Bilder auf der Speicherkarte, sondern Eindrücke, die weit über das Visuelle hinausgingen. Venedig hat uns gezeigt, dass man eine Stadt nicht nur sehen, sondern auch fühlen kann - und manchmal gelingt das gerade dann, wenn man durch den Sucher der Kamera schaut.
Andalusische Impressionen - Dezember 2010
Spanien verblüfft uns erneut: Hinter der Fassade der Wirtschaftskrise offenbart sich eine Infrastruktur von beeindruckender Modernität. Hochgeschwindigkeitszüge, die mit 300 km/h lautlos durch die Landschaft gleiten; Bahnhöfe, deren Architektur an Zukunftsvisionen erinnert; und Straßen, die sich perfekt in die Landschaft schmiegen. Während Europa über Spaniens Krise spricht, präsentiert sich das Land seinen Besuchern von der besten Seite.
Unser AVE von Málaga nach Madrid wird zum Symbol dieser Effizienz - in kaum mehr als zwei Stunden durchqueren wir halb Spanien. Der Komfort und die Pünktlichkeit des spanischen Hochgeschwindigkeitszuges setzen Maßstäbe, die in Europa ihresgleichen suchen.
Doch unsere Zeit ist knapp, und so erkunden wir Andalusien in komprimierten Ausflügen:
Die Bilder erzählen die Geschichte: Ronda mit seiner dramatischen Schlucht, in Gaucín mit seinen verwinkelten Gassen, Casares, das wie eine Krippe aus weißem Stein wirkt. Und dominiert wird alles von Rondas Brücke - ein Symbol für Verbindung, Geschichte und andalusischen Stolz.
Es sind diese Momente, die zeigen: Spanien mag in den Schlagzeilen kämpfen, doch seine Seele - stolz, schön und voller Leben - bleibt ungebrochen.