Charmante Begegnungen in Westtimor: Strandhilfe, schlafende Hühner & ein nussgieriger Affe
Die Odyssee des sterbenden Außenborders - oder: Warum Indonesien uns segelndes Improvisationstheater lehrt
Unser Yamaha-Außenbordmotor hat beschlossen, dass elf Jahre auf hoher See genug sind. "Ich bin müde", flüsterte er im Leerlauf - und verstummte dann für immer. Jean François von der Astarte, ein wahrer Magier rostiger Mechanik, opferte zwei Tage seines Lebens, um den Vergaser zu reinigen, Kabel zu tauschen und Elektronik zu beschwören. Vergebens. Unser Motor atmete noch, aber er weigerte sich standhaft, irgendetwas Nützliches zu tun - wie etwa unser Dingi zu bewegen.
Die Diagnose: "Es ist nicht mehr zu retten."
Das Problem: In ganz Kupang gibt es keinen einzigen neuen Außenbordmotor zu kaufen. Nicht einen. Dabei hätten wir sogar einen mit Alufelgen genommen.
Zum Glück ist die Seglergemeinschaft eine Familie: Jos von der JaMaRo lieh uns großzügig seinen 4-PS-Ersatzmotor. Derselbe Klang, dieselbe Tragödie. Auch dieser Veteran hatte nur noch zwei Gänge: "Röchelnder Leerlauf" und "Ich geb’ auf."
Eigentlich wäre das alles halb so wild - wären da nicht diese gnadenlosen Strömungen zwischen den Inseln. Ohne starken Motor gleicht die Rückkehr zum Schiff einem Himmelfahrtskommando in Zeitlupe. Man paddelt wie verrückt, kommt aber trotzdem langsamer voran als eine Schildkröte im Treibsand.
Lösungsansätze:
2011.08 - Kalabahi, Alor: Strömungen, Schlachtrufe und Sprachkurse im Paradies
1. Ankunft mit Hindernissen: Wenn das Meer sagt: "Nicht so schnell!"
Die Überfahrt nach Kalabahi verlief friedlich - bis wir den Kanal zwischen Alor und Pantar erreichten. Plötzlich kämpften wir gegen eine unsichtbare Macht: Die Strömung. Selbst bei vollem Wind und aufgerafften Segeln krochen wir mit 1,4 Knoten vorwärts - etwa so schnell wie eine seekranke Schildkröte. Mit zusätzlichem Motoreinsatz schafften wir stolze 2 Knoten. Fazit: In Indonesien entscheidet das Meer, wann und wie man ankommt.
2. Kalabahi: Wo die Megaphone lauter sind als der Markt
Die Stadt ist ein Wirbel aus Farben, Gerüchen und Leben - 60.000 Einwohner, die zwischen portugiesischem Kolonialerbe und indonesischer Gegenwart balancieren. Katholische Kirchen prägen das Bild, doch die muslimische Minderheit macht akustisch klar: "Wir sind auch da!" Mehrmals täglich (und einmal mitten in der Nacht) hallen Koranlesungen durch die Straßen - besonders eindrucksvoll, wenn man, wie wir, direkt in Sichtweite der Moschee ankert. Schlaf? Überbewertet.
3. "Halo Mister!" - Kommunikation auf Alor-Art
Englisch? Fehlanzeige. Dafür gibt es andere Brücken:
4. Ruhm in Alor: Nathalie macht Schlagzeilen
Dank eines kleinen Interviews landet Nathalie in den Alor-Online-News. Berühmt sein war noch nie so einfach - man muss nur als Europäerin auf einer Insel auftauchen, die kaum Touristen sieht.
2011.08 - Riung: Inselidylle mit Charme und kleinen Rätseln
Ankerparadies zwischen 17 (oder 21?) Inseln
Riung ist ein malerisches Fischerdorf, das sich beschaulich gegenüber einer Handvoll kleiner Inseln mit puderweißen Stränden ausbreitet. Eigentlich sind es 21 Inseln - doch laut offizieller Zählung des Gouvernements sind es nur 17. Warum? Weil die Zahl 17 an den Unabhängigkeitstag Indonesiens (17. August 1945) erinnern soll! So wird selbst Geografie hier zur patriotischen Hommage.
Wir ankern auf 12 Metern Grund (Position: 8°24.559‘S, 121°01.743‘E) in einer perfekt geschützten Bucht, die von allen Seiten Wind und Wellen fernhält. Die Einfahrt durch die Riffe ist unkompliziert - wer mag, kann unsere Waypoints nutzen:
Dorfspaziergang mit Kinderbegleitung
Sobald wir an Land gehen, beginnt das Ritual: Eine Schar neugieriger Kinder schließt sich uns an, begrüßt uns mit fröhlichem Hallo, Mister!" und feuert die Klassiker ab:
- "From where you come?"
- "What is your name?"
Die Antworten tauschen wir lachend aus - auch wenn das Gespräch oft an den Englischkenntnissen (oder unseren bescheidenen Indonesisch-Versuchen) scheitert. Nathalie übt eifrig Vokabeln, aber selbst mit "Terima kasih"(Danke) und "Selamat pagi" (Guten Morgen) kommen wir nicht weit. Trotzdem: Die Freundlichkeit und das Lachen der Kinder sind ansteckend.
Marktchaos mit Charme
Der örtliche Markt ist ein Fest der Sinne - und ein Schnäppchenparadies. Fast alles kostet 5.000 Rupiah (ca. 50 Rappen), ob Obst, Gemüse oder Handwerkskunst. Die Händler sind unglaublich freundlich, auch wenn die Verständigung eine akrobatische Herausforderung bleibt. Nathalie versucht sich tapfer in Bahasa Indonesia, während ich mich auf Lächeln, Zeigen und Händerechnen verlege.
Fazit: Riung ist ein verstecktes Juwel - entspannt, authentisch und voller kleiner Überraschungen. Wer hier ankommt, sollte Zeit mitbringen, sich auf das Tempo des Dorfes einzulassen … und vielleicht ein paar Süßigkeiten für die Kinder! 🍬😊
P.S.: Wer die Inseln erkundet, wird belohnt - traumhafte Strände ohne Menschenmassen!
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