2013.07 - Brunei Ein Sultanat der Superlative (und Überraschungen)
Hochgestapelte Erwartungen und bodenständige Realität
Nachdem wir so einiges über Brunei gelesen hatten - vor allem über den sagenhaften Reichtum des Sultans -, hatten wir uns das Land als eine exotische Mischung aus Monaco, Amritsar und Mini-Dubai vorgestellt. Nun ja … die Realität war dann doch etwas bescheidener. Nicht, dass Brunei nicht seine Reize hätte - aber man sollte die Messlatte besser nicht zu hoch legen. Oder vielleicht sogar ganz weglassen und stattdessen einfach neugierig bleiben.
Bandar Seri Begawan: Moscheen, Schlaglöcher und ein spontanes Parkhaus-Abenteuer
Die Hauptstadt begrüßte uns mit einer Straße, die unserem klapprigen Mietwagen ganz offensichtlich missfiel. Mehr als 70 km/h? Undenkbar! Die Bodenwellen hätten selbst einem Achterbahn-Designer alle Ehre gemacht. Doch immerhin: So hatten wir genug Zeit, die Landschaft in aller Ruhe zu betrachten.
Unser erstes Ziel war die berühmte Omar-Ali-Saifuddin-Moschee, die von Weitem tatsächlich majestätisch wirkt. Aus der Nähe betrachtet, zeigte sie allerdings gewisse … Abnutzungsspuren. Vielleicht liegt es am tropischen Klima, vielleicht an der Bauphilosophie ("Warum reparieren, wenn man neu bauen kann?"). Doch egal - für Fotos war sie perfekt, und das danebenstehende Parkhaus bot uns sogar eine unerwartete Attraktion: Ein spontanes Erklimmen der 15. Etage, bis uns ein Security-Mann freundlich, aber bestimmt zurück auf den Boden der Tatsachen begleitete.
Leider machte uns dann ein tropischer Regenguss einen Strich durch die Rechnung. Nasses Pflaster, geschlossene Läden und eine gewisse brunei-typische Stille ließen die Stadt etwas trostlos wirken. Also beschlossen wir, den Tag gemütlich ausklingen zu lassen - und fuhren zurück nach Miri.
Der Sultan und seine Superlative
Brunei wäre nicht Brunei ohne seinen Sultan Hassanal Bolkiah, der nicht nur den längsten royalen Namen der Welt *) trägt, sondern auch eine Autosammlung besitzt, die selbst eingefleischte Petrolheads sprachlos macht:
Dazu residiert er im größten bewohnten Palast der Welt, mit 1.800 Zimmern, 300 Badezimmern und einer privaten Rennstrecke - weil man ja auch mal spontan eine Runde drehen muss. Seine Yacht "Tits" (inklusive Beibooten "Nipple 1" und "Nipple 2") ist ebenfalls legendär. Wer mehr über den royalen Lebensstil erfahren möchte, findet sicherlich genug Material - wir beschränken uns hier lieber auf die reisetauglichen 🤭 Fakten.
Brunei-Alltag: Streng, aber sozial
Das Sultanat ist streng muslimisch, was sich in einigen Verhaltensregeln niederschlägt:
Dafür müssen die Einheimischen keine Steuern zahlen, haben kostenlose Bildung und Gesundheitsversorgung - was erklärt, warum die rund 385.000 Bruneier ihrem Sultan trotz aller Eigenheiten recht loyal gegenüberstehen.
Fazit: Ein Land der Kontraste
Brunei ist definitiv ein Ort der Extreme: Auf der einen Seite protziger Reichtum, auf der anderen Seite eine fast schon entschleunigte Gelassenheit. Ob man das Land liebt oder einfach nur verwundert den Kopf schüttelt - langweilig wird es hier sicher nicht.
Und wer weiß? Vielleicht ist es ja sogar besser, wenn ein Sultan sein Geld in goldene Moscheen und künstliche Seen investiert, statt in weltpolitische Abenteuer. Immerhin bleibt so mehr Zeit für seine 3.809 Autos - und wir hatten eine ungewöhnliche, aber unvergessliche Reisegeschichte mehr in unserem Gepäck.
*)
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