2004.09 - Hurrikan IVAN 
 
 

 

2004.09 - Grenada und Hurrikan Ivan: Eine Insel im Sturm


Der Hurrikan Ivan, einer der zerstörerischsten Wirbelstürme der letzten Jahrzehnte, traf Grenada im September 2004 mit unvorstellbarer Wucht. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 km/h (Kategorie 5) hinterließ er eine verwüstete Insel - und eine Bevölkerung, die sich plötzlich im Kampf gegen die Naturgewalten wiederfand. 


Die Verwüstung 

  • Menschenleben: Mindestens 20 Todesopfer. 
  • Infrastruktur: Fast jedes Haus beschädigt oder zerstört. 
  • Schifffahrt: 90 % der Boote lagen in Trümmern - ein harter Schlag für eine Insel, die vom Meer lebt. 

Die Bilder, die uns in der Schweiz erreichten, zeigten eine unerkennbare Landschaft: umgeknickte Strommasten wie Streichhölzer, entwurzelte Bäume, Häuser ohne Dächer. Und mittendrin - unser Schiff, die "NatHape", im Saint David’s Harbour an Land gesetzt, nun dem Sturm ausgeliefert. 


Hilflosigkeit aus der Ferne 

Wir waren zutiefst bestürzt. Die Vorstellung, dass unser "Zuhause auf dem Wasser" dort im Chaos stand, während wir nichts tun konnten, war schwer zu ertragen. Jede Nachricht aus Grenada wurde zur quälenden Ungewissheit: "Ist das Boot noch da? Wird es überhaupt noch segelbar sein?"


Widerstandsfähigkeit und Wiederaufbau

Doch was blieb, war der Mut der Grenadier. In den Monaten nach Ivan begann der zähe Wiederaufbau - nicht nur von Häusern, sondern auch von Hoffnung. Als wir zurückkehrten, fanden wir eine Insel vor, die noch immer Narben trug, aber auch eine unerschütterliche Entschlossenheit, wieder aufzustehen. 


Ivan war mehr als ein Sturm. Er war eine Lektion in Demut - vor der Natur, aber auch im Vertrauen auf die Kraft der Gemeinschaft. Und er hinterließ uns die Erkenntnis: Selbst die tiefsten Verwüstungen heilen, wenn Menschen zusammenhalten. 

 

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13. September 2004 - Ein Tag des Glücks


Die Zahl 13 - oft als Unglückszahl verschrien - hat sich heute für uns in ein strahlendes Symbol der Hoffnung verwandelt. Denn an diesem 13. September erreichte uns eine Nachricht, die uns vor Erleichterung fast die Tränen in die Augen trieb: "Nathape Gibraltar: Boat=Upright, Mast=Up


Nach all den schockierenden Bildern der Verwüstung, nach den Berichten über zerstörte Häuser und gekenterte Schiffe, war dies eine Botschaft, die uns tief berührte. Unser Schiff, unsere "NatHap, hatte den Hurrikan Ivan überstanden - aufrecht, mit ungebrochenem Mast


Ein kleines Wunder inmitten der Zerstörung 

Die Bilder aus Grenada zeigten eine Insel im Ausnahmezustand: 

  • 90 % der Schiffe lagen in Trümmern. 
  • Unzählige Häuser waren dem Erdboden gleichgemacht
  • Und doch - mitten in diesem Chaos - stand unsere "NatHape" noch immer da, als wollte sie sagen: "Ich gebe nicht auf.

Jason Fletchers beruhigende Worte 

Um 19:30 Uhr bestätigte Jason Fletcher von der Grenada Marine mit einer kurzen, aber vielsagenden Nachricht: "We are ok, she is ok, we will update soonest." Diese wenigen Worte waren wie Balsam für unsere Seele. Nicht nur unser Boot war heil - auch die Menschen, die uns halfen, hatten den Sturm unbeschadet überstanden. 


Ein Funke Licht in dunkler Zeit

Manchmal schenkt das Leben unerwartete Momente der Freude - selbst dann, wenn alles verloren scheint. Heute war einer dieser Momente. Die Zahl 13, für viele ein Unglückssymbol, wird für uns für immer ein Zeichen des Glücks bleiben. 


Denn heute haben wir gelernt: Auch nach dem stärksten Sturm kann die Sonne wieder scheinen. Und unsere "NatHape" steht bereit, um weiterzusegeln - mast-up, wie immer


Ein Tag, der uns Demut und Dankbarkeit lehrte - und zeigte, dass selbst in dunkelsten Stunden ein Funke Hoffnung bleibt. 💙






Ohne Worte :-(( ... aber vielleicht gibt es Hoffnung, denn heute morgen haben wir gelesen:

„Boat owner at Davids Harbour reports that out of 180 boats on the hard, only 31 fell over. Buildings were heavily damaged or completely destroyed. Guards are posted, but no news about workers putting boats back on stands, etc. Davids Harbour seems to have come out much better than other yards”.

Also Daumen drücken! ...
Nach dem Hurrikan IVAN
Ohne Worte :-(( ... aber vielleicht gibt es Hoffnung, denn heute morgen haben wir gelesen:

„Boat owner at Davids Harbour reports that out of 180 boats on the hard, only 31 fell over. Buildings were heavily damaged or completely destroyed. Guards are posted, but no news about workers putting boats back on stands, etc. Davids Harbour seems to have come out much better than other yards”.

Also Daumen drücken! ...
 
 
Das gefällt uns ganz und gar nicht ... der Hurrikan hat Kurs auf Grenada. Solch südliche Laufbahnen sind sehr selten. Soweit wir wissen, hatte Grenada den letzten Hurrikan vor 25 Jahren.

Obwohl unser Schiff in Grenada auf dem Land aufgebockt ist, verfolgen wir das Wetter ganz genau. Wir hoffen, das die Bahn des Hurrikans IVAN mehr nordwärts verläuft, als jetzt prognostiziert ...

Zum Foto: SO, 5.9.2004: IVAN, ein Hurrikan, welchem eine sehr südliche Laufbahn prognostiziert wird ..
4. September 2004
Das gefällt uns ganz und gar nicht ... der Hurrikan hat Kurs auf Grenada. Solch südliche Laufbahnen sind sehr selten. Soweit wir wissen, hatte Grenada den letzten Hurrikan vor 25 Jahren.

Obwohl unser Schiff in Grenada auf dem Land aufgebockt ist, verfolgen wir das Wetter ganz genau. Wir hoffen, das die Bahn des Hurrikans IVAN mehr nordwärts verläuft, als jetzt prognostiziert ...

Zum Foto: SO, 5.9.2004: IVAN, ein Hurrikan, welchem eine sehr südliche Laufbahn prognostiziert wird ..
Der Hurrikan IVAN genau über Grenada. In Martinique - ~ 150 Meilen nördlich - wurden 120 Knoten Wind gemessen. Ausschnitt aus dem heutigen Wetterbericht: "HURRICANE FORCE WINDS EXTEND OUTWARD UP TO 70 MILES...110 KM... FROM THE CENTER...AND TROPICAL STORM FORCE WINDS EXTEND OUTWARD UP TO 160 MILES...260 KM. BARBADOS HAS BEEN REPORTING HURRICANE FORCE WIND GUSTS FOR SEVERAL HOUR AND JUST MEASURED A GUST TO 81 MPH... 130 KM/HR. HAM RADIO REPORTS INDICATE ROOFS BEING BLOWN OFF BY WINDS ON TOBAGO...ST. VINCENT...AND GRENADA...AS WELL AS SOME STRUCTURAL DAMAGE IN BARBADOS."
7. September 2004
Der Hurrikan IVAN genau über Grenada. In Martinique - ~ 150 Meilen nördlich - wurden 120 Knoten Wind gemessen. Ausschnitt aus dem heutigen Wetterbericht: "HURRICANE FORCE WINDS EXTEND OUTWARD UP TO 70 MILES...110 KM... FROM THE CENTER...AND TROPICAL STORM FORCE WINDS EXTEND OUTWARD UP TO 160 MILES...260 KM. BARBADOS HAS BEEN REPORTING HURRICANE FORCE WIND GUSTS FOR SEVERAL HOUR AND JUST MEASURED A GUST TO 81 MPH... 130 KM/HR. HAM RADIO REPORTS INDICATE ROOFS BEING BLOWN OFF BY WINDS ON TOBAGO...ST. VINCENT...AND GRENADA...AS WELL AS SOME STRUCTURAL DAMAGE IN BARBADOS."
Das Auge des Hurrikan IVAN ist genau über Grenada.
7. September 2004
Das Auge des Hurrikan IVAN ist genau über Grenada.
Klingt nicht gut: "The most powerful hurricane to hit the Caribbean in 10 years damaged 90 percent of homes in the "spice isle" of Grenada and destroyed a 17th century stone prison that left criminals on the loose as looting erupted, officials said Wednesday" ...
9. September 2004
Klingt nicht gut: "The most powerful hurricane to hit the Caribbean in 10 years damaged 90 percent of homes in the "spice isle" of Grenada and destroyed a 17th century stone prison that left criminals on the loose as looting erupted, officials said Wednesday" ...
... Wir selbst haben leider noch keine Nachrichten ... :-((
9. September 2004
... Wir selbst haben leider noch keine Nachrichten ... :-((
So langsam bekommt man Klarheit über das Ausmass der Katastophe. Alles ist gesperrt und es wird nur noch Militär auf die Insel gelassen, um Plünderungen zu unterbinden und um die Ordnung wieder herzustellen. Wir selber rechnen mit dem Schlimmsten und haben gelesen, dass in der Grenada Marine kein Schiff mehr steht. Da sich diese Marina in einem Tal befindet, könnten die Schiffe durch die Wassermassen vom Meer und denen von den Bergen grössten Schaden erlitten haben. Wir werden sehen ...
10. September 2004
So langsam bekommt man Klarheit über das Ausmass der Katastophe. Alles ist gesperrt und es wird nur noch Militär auf die Insel gelassen, um Plünderungen zu unterbinden und um die Ordnung wieder herzustellen. Wir selber rechnen mit dem Schlimmsten und haben gelesen, dass in der Grenada Marine kein Schiff mehr steht. Da sich diese Marina in einem Tal befindet, könnten die Schiffe durch die Wassermassen vom Meer und denen von den Bergen grössten Schaden erlitten haben. Wir werden sehen ...
Es scheint zu stimmen, dass in der Grenada Marine "nur" 31 der rund 180 Schiffe umgefallen sind. Wir wissen ein paar Namen der verunglückten Schiffe. Diese hatten Ihren Standplatz nahe dem Strand. Vielleicht haben wir Glück gehabt ...
12. September 2004
Es scheint zu stimmen, dass in der Grenada Marine "nur" 31 der rund 180 Schiffe umgefallen sind. Wir wissen ein paar Namen der verunglückten Schiffe. Diese hatten Ihren Standplatz nahe dem Strand. Vielleicht haben wir Glück gehabt ...
Desaster, wohin man schaut ...
13. September 2004
Desaster, wohin man schaut ...
So langsm kommen die Informationen und man kann das Ausmass der Katastophe sehen ...
13. September 2004
So langsm kommen die Informationen und man kann das Ausmass der Katastophe sehen ...
Nichts kann man der Kraft der Natur entgegenstellen. In so einer Situation hat man Pech oder halt Glück, wenn sich der eigene Schaen in Grenzen hält ...
13. September 2004
Nichts kann man der Kraft der Natur entgegenstellen. In so einer Situation hat man Pech oder halt Glück, wenn sich der eigene Schaen in Grenzen hält ...
Es scheint definitiv, dass unser Schiff den Hurrikan mehr oder weniger unbeschadet überstanden hat. Morgen Mittwoch fliegt ein Experte unserer Versicherung nach Grenada um die Schäden zu inspizieren. Dann wissen wir es ganz genau. Wir sind aber sicher, unsere Pläne ohne grosse Änderungen zu realisieren, d.h. Ende Januar 2005: Pazifik.
13. September 2004
Es scheint definitiv, dass unser Schiff den Hurrikan mehr oder weniger unbeschadet überstanden hat. Morgen Mittwoch fliegt ein Experte unserer Versicherung nach Grenada um die Schäden zu inspizieren. Dann wissen wir es ganz genau. Wir sind aber sicher, unsere Pläne ohne grosse Änderungen zu realisieren, d.h. Ende Januar 2005: Pazifik.




2004.10 - Rückkehr nach Grenada: Ein Neuanfang mit Herausforderungen


Die Anreise: Umwege und improvisierte Lösungen 

Am 11. Oktober geht es endlich zurück nach Grenada - doch die Reise wird alles andere als einfach. Der Flughafen von Grenada ist noch immer stark beschädigt; der Tower liegt in Trümmern, und große Passagiermaschinen können nicht landen. Unsere Route führt uns daher erst nach Barbados, von wo aus wir mit einer kleinen Regionalmaschine den letzten Sprung nach Grenada wagen werden. Ein Abenteuer schon vor der Ankunft! 


Ankunft im Chaos: Selbstversorgung und Schiffsrettung 

Sobald wir in Saint Davids Harbour sind, wartet Arbeit: 

  • Unterwasserschiff streichen - das Antifouling ist überfällig. 
  • "NatHape" zurück ins Wasser bringen - so schnell wie möglich. 
  • Überleben ohne Infrastruktur: Da Einkäufe kaum möglich sind, zehren wir von mitgebrachten Vorräten und unserem Wasserspeicher

Es wird kein Zuckerschlecken, aber wir sind bereit. Die "NatHape" ist mehr als nur ein Boot - sie ist unser Zuhause, und wir werden alles tun, um sie wieder seetüchtig zu machen. 


Ein Symbol der Hoffnung 

Diese Rückkehr ist nicht nur eine logistische Herausforderung, sondern auch ein Zeichen des Vertrauens

  • In die Widerstandsfähigkeit Grenadas, das sich langsam erholt. 
  • In unsere eigene Kraft, das Schiff und uns selbst durch diese Zeit zu bringen. 

Wir wissen, dass noch lange nicht alles normal sein wird - aber jeder Pinselstrich, jeder reparierte Riss bringt uns dem Wiederaufbau näher. 



Genada nach de Wirbelsturm ... wie rasiert.
VOR dem Hurrikan ....
NACH dem Hurrikan ...


Und bei uns? Mehr als Glück gehabt, wir haben keine Schäden ... "NatHape" geht zurück ins Wasser.
Grenada, Saint Davids's Harbour nach dem Hurrikan IVAN
Und bei uns? Mehr als Glück gehabt, wir haben keine Schäden ... "NatHape" geht zurück ins Wasser.
Dass wir keine Schäden vom Hurrikan IVAN davon getragen haben, war ein grosses Glück. Geholfen hat uns unser Standplatz an Land. Die „Nathape“ war nicht in einer Reihe mit anderen Schiffen sonder zwischen den Reihen, auf dem Weg oder der kleinen Strasse dazwischen abgestellt. So konnte beim Sturm kein anderes Schiff auf unseres fallen. Der Standort wurde uns darum zugeteilt, weil wir nur ganz kurze Zeit hier bleiben wollten. Wir wären die Ersten gewesen, welche wieder zurück ins Wasser gebracht würden …
Grenada, Saint Davids's Harbour nach dem Hurrikan IVAN
Dass wir keine Schäden vom Hurrikan IVAN davon getragen haben, war ein grosses Glück. Geholfen hat uns unser Standplatz an Land. Die „Nathape“ war nicht in einer Reihe mit anderen Schiffen sonder zwischen den Reihen, auf dem Weg oder der kleinen Strasse dazwischen abgestellt. So konnte beim Sturm kein anderes Schiff auf unseres fallen. Der Standort wurde uns darum zugeteilt, weil wir nur ganz kurze Zeit hier bleiben wollten. Wir wären die Ersten gewesen, welche wieder zurück ins Wasser gebracht würden …