Modifizierter Wasi-Power-Ball
(Verbindungsschäkel zwischen Kette und Anker)

Der Wasi-Power-Ball hat ein grosses Problem, weil der Bolzen mit zu kurzem Gewinde von einer viel zu kleinen Sicherungsschraube vor dem ungewollten Öffnen gehindert wird. Die Sicherungsschraube arbeitet sich relativ schnell ab und nach einiger Zeit löst sich der Bolzen. Trennt sich die Kette vom Anker, ist dies sicher der "Super-Gau" für jeden Segler.

"Loyds Germany" prüfte diesen sehr teuren Schäkel und man denkt sich dann logischer Weise, etwas "Sicheres" und qualitativ Einwandfreies gekauft zu haben. Genau das Gegenteil ist der Fall. So wie er gekauft wird, ist der Wasi-Power-Ball eine Fehlkonstruktion. Es darf schlichtweg nicht sein, dass sich das Verbindungsstück zwischen Anker und Kette löst.

Ansonsten finden wir diesen "Ankerschäkel" eigentlich gut, also modifizierten wir diesen so, dass er uns passt und wir uns sicher fühlen. Wir haben anstelle des Bolzen eine 19-er Schraube verwendet, wobei wir im Wasi-Power-Ball selbst ein Gewinde einfräsen liessen. So werden die beiden Schrauben in den Wasi-Power-Ball gedreht und dann wird zur Sicherung dieser eine "sich nicht öffnende" Mutter mit Nylon-Einlage aufgeschraubt.

Wir haben seit dieser Änderung bis jetzt 100-e von Ankermanöver gefahren und waren vor Anker in sehr starken Winden um die 40 Kn mit entsprechender Belastung für den Anker. Die Schrauben halten der starken Belastung stand und sie mussten bis heute noch nie nachgezogen werden. Versenkte Schrauben wären zwar eleganter, aber hier gilt natürlich "Sicherheit vor Schönheit".

Die Kontrolle des Bolzens ist bei dieser Lösung sehr einfach, denn man sieht es an der Mutter, ob sich der Bolzen gelöst hat oder nicht.

Auszug aus einem Bericht von Nautic-Test:
Bereits in der ersten Saison nach der Durchquerung der Ägäis auf Astipalaya schob ich den ebenfalls von WASI gelieferten Bügelanker aus der Halterung, als dieser ohne dass mir auch nur eine Möglichkeit zum Eingreifen blieb sich von der Kette löste und in den Tiefen des Meeres versank. Der Verbindungsbolzen zur Kette hatte sich ganz einfach gelöst.

Nun erst einmal hört sich das wenig spektakulär an. Mir ist jedoch der kalte Schweiß ausgebrochen und ich war so fassungslos, das mir die Hände zitterten. Die Nacht zuvor hatte ich bei Böen mit bis zu 35 Knoten an einem relativ ungeschütztem Platz verbringen müssen. Ich war alleine unterwegs und hatte einfach keine Möglichkeit mehr einen besseren Ankerplatz zu erreichen, ohne nochmals eine komplette Nacht durchzuwachen.

Die Nacht habe ich im Cockpit verbracht ständig in der Angst, aufgrund der Enge der Bucht auf die nur wenige Meter entfernten Felsen aufzulaufen. Hätte sich der Bolzen in der Nacht zuvor gelöst hätte das zu 100% den Verlust des Schiffes bedeutet, siehe hier.

Wasi-Power-Ball Ankerschäckel
Wasi-Power-Ball Ankerschäckel